2024
03
Donnerstag Oktober

Father Befouled - Fossilization - Sněť - Fessus

Viper Room Landstrasser Hauptstrasse 38, 1030 Wien
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Beginn: 19:00 Uhr
  • Abendkassa 26.90
Father Befouled - Fossilization - Sněť - Fessus am 3. October 2024 @ Viper Room.

𝙄𝙈𝙈𝘼𝘾𝙐𝙇𝘼𝙏𝙀 𝙇𝙀𝙋𝙍𝙊𝙎𝙔 𝙀𝙪𝙧𝙤𝙥𝙚𝙖𝙣 𝙏𝙤𝙪𝙧 𝟮𝟬𝟮𝟰

Nur wenig zaubert ein größeres Lächeln aufs Gesicht, wenn nach einer harten Arbeitswoche und einem durchzechten Wochenende im sonntäglichen Nachmittagsprogramm Bud Spencer einen Satz heiße Ohren verteilt. Nicht minder der schlüssige Koloss, der am 3. Oktober im Viper Room ein paar Beulen in den Bart beißt, dass einem die Hose wegfliegt
𝙁𝙖𝙩𝙝𝙚𝙧 𝘽𝙚𝙛𝙤𝙪𝙡𝙚𝙙 aus den USA zelebrieren mit ihrem aktuellen Album „Crowned in Veneficum“ (2022) im Gepäck eine zermalmende Zerstörung, ein brachiales Gebolze, die beweisen, dass die Hochzeit des kompromisslosen, dabei aber atmosphärischen Death Metals der Frühzeiten – Stichwort: Immolation, Incantation – aktuell ein Revival erfährt. Gerade ihr Geschick, in genau den richtigen Momenten den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, um sich wie eine brünftige Wildsau im schlammigen Morast zu suhlen, lässt das Quartett zu einem Akt der totalen Penetration gereichen. Tipp am Rande: Unbedingt mit Encoffination auch eine der weiteren Bands von Sänger/Gitarrist Justin Stubbs abchecken – hier wird das infernalische Todeskommando einmal mehr an die Spitze gepeitscht.
Nicht minder bei ihren Labelkollegen 𝙁𝙤𝙨𝙨𝙞𝙡𝙞𝙯𝙖𝙩𝙞𝙤𝙣 aus Brasilien, die mit dem Debüt „Leprous Daylight“ via Everlasting Spew 2023 eine der besten, weil durchdringendsten und intensivsten Genre Veröffentlichungen vorgelegt haben. Ähnlich wie auch die Szeneikonen Grave Miasma pflügt das Duo dermaßen durch die Botanik, dass hierauf kein Gänseblümchen mehr steht – durchatmen ist hier nicht, insbesondere, weil geschickt platzierte Dissonanzen wie ein Paukenschlag durch Mark und Bein fahren. Auch bei ihnen dürfte mit Incantation zu ihrer meisterhaften „Diabolical Conquest“-Phase einmal mehr ein Gründungsvater des Genres Pate gestanden haben, während ihre majestätische Eruption gerade auch Anhänger von Spectral Voice mehr als glücklich stimmen sollte.
Für ein treffliches Vorglühen sorgen einerseits 𝙎𝙣𝙚̌𝙩̌ aus Tschechien, andererseits 𝙁𝙚𝙨𝙨𝙪𝙨 aus Wien. Ihnen ist wohl gemein, dass beide häufig und gern mit wiederum einer anderen Genre-Koryphäe
Unzucht getrieben haben, nämlich Autopsy. Während erstgenannte – aktuell auf ihrer Split mit dem Undergang-Ableger Sequestrum – hie und da gekonnt den räudig-thrashigen Ansatz ihrer
Landeskollegen von Krabathor mit einfließen lassen, suhlen sich zweite insbesondere dank der Leichenflüssigkeit erbrechenden Stimme von Brenton Weir (Molten Chains, Unsemblance) in einer
erquickenden Widerwärtigkeit, die auch Freunde früher Carcass eine blutige Dauererektion bescheren sollte. Einstimmung gefällig? „Pilgrims Of Morbidity“ erscheint zu Monatsende auf Darkness Shall Rise und bietet nebst den drei Stücken ihres Demos auch ein komplettes Live-Set, das – und hier sind wir wieder bei Bud Spencer angekommen – mit einem Vorschlaghammer einen Scheitel zieht.
Fazit: Für die Kellen, die da am 3. Oktober im Viper Room geschlagen werden, braucht es eigentlich einen Waffenschein