2011
15
Freitag Juli

Eleventh Dream Day

Einlass: 21:00 Uhr Beginn: 21:00 Uhr
  • Abendkassa 16.00
  • Vorverkauf 13.00

21:00 ELEVENTH DREAM DAY (USA/Thrill Jockey)

23:30 FAZIT : NULLTARIF

Sagenhafte 28 Jahre Bandgeschichte. Das zehnte Album. Man hat einiges erlebt. Einiges überstanden. Einiges gesehen. Dennoch, das neue Album, Riot Now!, zeigt alles andere als Altersmilde oder Gelassenheit. Bei dieser Platte gehts zur Sache. Wut, Zorn über die Verhältnisse. Und der Wille, die Verhältnisse auch musikalisch zu ändern.

Zornige Rockmusik wird die Welt wohl nicht aus den Angeln heben, wie es derzeit eigentlich nötig wäre, aber sie kann mit dazu beitragen, sich über die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu empören. Musik, die also im allerbesten Sinn aktuell ist. Musik, die laut Rolling Stone “wirklich keinen Wunsch unerfüllt läßt. Rick Rizzo changiert auf unnachahmliche Art zwischen “Zuma” und “Zen Arcade”, Janet Bean setzt den lieblichen Kontrapunkt. Direkt, rau, laut. Heldenhafter Gitarrenkrach.” (4 Sterne) Gitarrenrock at it’s best. Und wer die Band auf der SXSW in Austin erlebt hat, zählt dieses Konzert zu den Highlights des Festivals: “Der geordnet-gefühlvoll-wütende Krach von Rizzo’s Gitarre und Bean’s vehementes Drum-Bashing erinnerten an allerbeste 80er/90er Zeiten, die Band bewies mit ihrem schrillen, vorwärts getriebenen Feedback-Rock’n Roll aber auch, wie dringend solch unangepasste, inbrünstig vorgetragene Electric Indie Power heute wieder benötigt wird. Geilster Underground Rock, nichts weniger!!!” (Chill Music in einer Konzertrezension)

Eine der wichtigsten deutschen Radiosendungen, der BR-Zündfunk, machte Riot Now! von Eleventh Dream Day zum Album der Woche, und Redakteurin Sabine Gietzelt schrieb:”Bei dieser Platte gehts zur Sache. Zeit für einen neuen Ausblick, eine Vision. Weitsicht. Riot Now! Ziemlich dreist eigentlich, die zehnte Platte in 28 Jahren Bandgeschichte “Riot Now!” zu nennen. Doch ein Aufstand in weiser Gelassenheit wäre nicht im Sinne der Band, egal, wie lange es sie schon gibt. Eleventh Dream Day waren und sind eine Chicago-Band. Und aus dieser Stadt kam Musik immer sehr überzeugend und sehr kompromisslos. Und sie tut es unvermindert. Einiges ist bei Eleventh Dream Day wie früher. Die massige Wucht, die ihr Sound verbreiten kann, obwohl sie doch eine sehr warmherzige Band sind und es in ihrem musikalischen Vokabular durchaus Zartheit gibt.

Die Dame sitzt am Schlagzeug: Janet Beveridge Bean, die immer gern so reingedroschen hat, dass man bei Livemitschnitten keinen ordentlichen Sound hinbekommt, wenn sie gleichzeitig auch noch singt. Sehr schön und harmonisch tut sie das übrigens. Janet Beveridge Beans anderes Teilzeitprojekt heißt Freakwater und dort hört man noch viel besser, dass sie eine ganz großartige
Country-Stimme hat. Auf “Riot Now!” singt sie allerdings nur selten. Sanft und rabiat. Ein Spagat, den sich nicht viele Bands in dieser Intensität leisten und trauen. Aber er fällt leichter, wenn man als Band nichts zu verlieren hat. Oder drüber steht. Denn wer kennt denn überhaupt Eleventh Dream Day noch, die in den Achtzigern ihre ersten sehr tollen und erfolgreichen Platten veröffentlicht haben, eine Weile Zeit und Kreativität auf einem Majorlabel verschwendet haben und deren Fixpunkt zu Beginn Janet Beveridge Bean und Rick Rizzo waren. Später stieß Doug Mc Combs, der Bassist von Tortoise, dazu und er blieb. Bis heute. Inzwischen auch nicht mehr ganz neu ist Mark Greenberg am Keyboard. Altvertraut ist dem Eleventh Dream Day-Fan die immer wieder beeindruckende Art, wie Rick Rizzo Gitarre spielt: Es kracht ordentlich, aber jeder Ton ist voller intensiver, berührender Emotionalität. Etwas, was Eleventh Dream Day seit jeher in die Nähe von Neil Young brachte, genauso wie zu dem Anfang der Neunziger aufkommenden Postrock.

So wie “Riot Now!” klangen Platten früher öfter. Heute ist ein solch überzeugend dreckiger Sound selten geworden. Dreckig und verzerrt. Aber voller Liebe und Begeisterung. 28 Jahre lang dieselbe Band. Dazwischen Kinder, Familie, Scheidungen. Was in 28 Jahren halt alles so passiert. Eleventh Dream Day haben sich nie drängeln lassen. Manchmal liegt die Band monatelang brach. Jeder hat seinen Job. Rizzo arbeitet als Lehrer. Von ihm stammt das Zitat: “Es ist nicht leicht, so lange in einer Band zu sein, aber
es fühlt sich leicht an.” Und man glaubt es ihm sogar, wenn man “Riot Now!” hört. Endlich wieder auf (aus beruflichen Gründen: kurzer) Europatour: Eleventh Dream Day, laut Musikexpress “eine der angenehmen Begleiterscheinungen des 90er Jahre-Chicago-Post-Rock-Hypes” (wie Musikpresse halt so daherplappert…).

Eine der besten Bands unserer Zeit.
“Sie waren Indie-Helden (…) Die Lust dieser Veteranen am Musikmachen, was ihren Songs wieder Glanz verleiht” (Radio Eins).
“Chicago-Indie-Rock mit Douglas McCombs von Tortoise. Orientiert sich an der noisigen, Neil-Young-seligen Frühphase der Band, mit vielen schönen Momenten.” (Intro)

Bandmembers
Rick Rizzo: Vocals, Guitar
Doug McCombs: Bass
Jim Elkington: Keys
Janet Beveridge Bean: Vocals, Drums

Aktuelles Album: Riot Now! (Thrill Jockey 2011)