2010
08
Samstag Mai

Balkanfever Feminin - 08.05.

Einlass: 22:00 Uhr Beginn: 22:00 Uhr
  • Abendkassa 15.00
  • Vorverkauf 0.00

Gewinne 2 x 2 Karten

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Teilnahmeschluss: 05. Mai 2010

Das Balkan Fever Festival zeigt die Länder Südosteuropas von ihren ungewöhnlichsten musikalischen Seiten und bringt ethnische Musik, Jazz, Rock und Dancefloor von Weltrang auf Wiens Bühnen. Im 7. Jahr gibt’s dazu noch einen besonderen Schwerpunkt: Das Balkan Fever wird feminin und bricht mit Konzerten außergewöhnlicher Frauen die stereotypen Klischees über Balkanmusik auf.


VESNA PETKOVIĆ & SANDALA ORKESTAR

(Serbien/Österreich/Bosnien & Herzegowina)

Finale 1 In Kooperation mit BUM 

Vesna Petković: Gesang, Vanja Kevrešan: Gitarre
Sandala Orkestar: Vesna Petković: Gesang, Lothar Lässer: Akkordeon, Gesang, Michael Bergbaur: Posaune, Kurt Bauer: Geige, Richard Winkler: Saxofon, Klarinette, Sašenko Prolić: E-Bass, Jörg Mikula: Drums, Percussion, Stefan Bauer: Technik

Ein emotionaler musikalischer Trip durch die verruchten Straßenkneipen des Stettl, die Cannabisfelder der Schwarzmeerküste, die Einsamkeit schmelzender Eiswürfel im Schnapsglas, eines bulgarischen Anarchisten und dem Hangover einer jüdischen Hochzeit im Morgengrauen.Alexandra RolletMit einer der heißesten Partybands des Landes bestreiten wir das erste Abschlussfest von Balkan Fever feminin. Erinnern sie sich noch an das Sandy Lopicic Orkestar? Ein bunt-fröhlicher, exquisiter Ableger davon ist das Sandala Orkestar, dem mit Grandesse die stimmgewaltige Sängerin Vesna Petković voransteht. Gemeinsam mit den Jungs hat sie auch jahrelang die Qualität von Shantel-Konzerten gehoben. Die in Graz lebende Vesna Petković aus Niš, Südserbien, wird mal mit einem Vulkan, mal mit einem Kraftwerk und mal mit Janis Joplin verglichen – wie dem auch sei: Egal ob sie Balkansongs oder internationale Rock- und Jazzstandards singt, mit ihrer Bühnenpower und dem samtigen, kunstvoll heiseren Timbre ihrer Stimme versetzt sie das Publikum in Ekstase, und ihr Orkestar gibt den Rest. Jedenfalls wissen Vesna und ihre Boyband das Auditorium stets mit ihrer Mischung aus musikalischer Prägnanz und heiterer Unbekümmertheit anzustecken. Bevor die Groovebombe aber platzt, wird Vesna Petković ein kleines Konzert mit Songs ihrer kommenden CD „Ima Dana“ geben: schlichte und jazzdurchwobene Verarbeitungen alter serbischer und mazedonischer Volkslieder, der Musik, mit der sie aufwuchs, nur begleitet von Vanja Kevrešan an der akustischen Gitarre.

www.ost-klub.atwww.sandala.atwww.myspace.com/vesnapetkovic


7. Internationales Balkan Festival Wien 2010   1

7.4. – 11.5.2010  

‚Seit 2004 gelingt es dem Festival BALKAN FEVER, die Länder Südosteuropas von ihren ungewöhnlichsten musikalischen Seiten zu zeigen, fernab des so genannten Balkan-Booms ethnische Musik, Jazz, Rock und Dancefloor von Weltrang auf Wiens Bühnen zu bringen. Für 2010 haben sich die InitiatorInnen etwas Besonderes einfallen lassen. Bislang kannte man Balkan Fever als mondänes, kosmopolitisches, regionalistisches, anti- und pannationales, als „transeuropäisch-postosmanisches“ Festival.   2010 wird BALKAN FEVER feminin! 16 Konzerte mit KünstlerInnen aus 14 Ländern an 5 Veranstaltungsorten: im Porgy & Bess, im Ost Klub, in der Sargfabrik, im Theater Akzent und neuerdings auch im EGA.  
 


2010 wird BALKAN FEVER feminin!   Affirmative Action? Quotenregelung? Teilweise! Denn der Frauenanteil war bei unserem Festival immer schon verhältnismäßig hoch. Dennoch sind Frauen im Fach Gesang (Chanson, Volkslied, Jazz, Pop) stark vertreten, während Instrumentalmusik, im balkanischen Fall z. B. martialisch-virile Blechblasmusik, aber auch Rock und Dancefloor männliche Domänen bleiben.

Diese funktionale Trennung folgt einer alten patriarchalischen, die Frau wird als madonnenhafte, erhabene und dennoch dekorative Galionsfigur oder als moralisch verwerfliche Kneipensängerin platziert, während die erotisch aufreizende Partymusik von Männern „besorgt“ wird. Der Instrumentalist als „Star-Individuum“ ist (analog dem Star-Koch) stets ein Mann. Wenn schon Affirmative Action, dann nicht bloß im Sinne der bloßen Präsenz von Frauen, das wäre weder fortschrittlich noch originell, sondern im Sinne der Aufweichung, Infragestellung und Provokation dieser Zuschreibungen.

Das Klischee stellt sich balkanische Gesellschaft als Macho-Patriarchat vor – doch das ist nur, schlimm genug, die halbe Wahrheit. Dort, wo sich Individuen stärker gegen Bevormundung durchsetzen müssen, blühen stärkere Persönlichkeiten. Immerhin war der Feminismus im Jugoslawien der 80er Jahre eine bedeutsame zivilgesellschaftliche Kraft, vor allem in bildender und Objektkunst sowie im Theater haben sich Frauen aus den Balkanländern internationale Reputation erarbeiten können. Ganz zu schweigen von der Musik. Wir verzichten gleich vorneweg auf Zuschreibungen wie „starke Frauen“ oder „Power-Frauen“, weil diese verdächtige Aufwertung wie die gefeierte Ausnahme von einer Regel wirkt, welche Frauen noch immer als „schwaches Geschlecht“ darstellt. Und das sollte eigentlich längst obsolet sein. Vielmehr möchten wir Musikerinnen verschiedenster Genres mit gelassener Selbstverständlichkeit präsentieren, als wahre Subjekte ihrer Kunst – und trotz vielfältiger ethnischer Bezüge auch Frauen einladen, die Pfadfinderinnen neuer Wege sind.

Somit wird BALKAN FEVER 2010 nicht nur das femininste Festival, sondern auch das stilistisch vielfältigste seiner Geschichte sein. Blasmusik wird es zwar weniger geben bei BALKAN FEVER 2010, sondern mehr Kontemplatives und Anspruchsvolles, doch Tanz und Ekstase werden nicht zu kurz kommen. Zu unserer Freude werden Frau Sandra Frauenberger, Stadträtin für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal, und Frau Anica Matzka-Dojder, Abgeordnete zum Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats, den Ehrenschutz des Festivals übernehmen.‘