2019
01
Freitag November

Alice Phoebe Lou / 5K HD / Bobby Oroza /

POSTHOF - Großer Saal Posthofstrasse 43, 4020 LINZ
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Beginn: 20:00 Uhr
  • Stehplatz 31.70
  • 5K HD

Alice Phoebe Lou | Geboren irgendwo zwischen den Klippen des Kap der Guten Hoffnung, gewandert durch die Gassen von Paris und Amsterdam und zwischenzeitlich bekannt als “populärste Straßenmusikerin Berlins”: Die musikalische Reise von Alice Phoebe Lou ist ein nie endendes Abenteuer. Ihre Stimme ist fein. Zuerst. Dann holt sie aus, wird rau, bestimmt und springt munter zwischen Oktaven – was ihr völlig zurecht Vergleiche mit Leslie Feist oder Kate Bush einbringt.

Endlich ist es soweit: Alice Phoebe Lous neues Album ist fertig und wartet darauf, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Vergangenen Dezember feierte die Wahl-Berlinerin das Erscheinen ihrer ersten Single “Something Holy” und kündigte ihr Album “Paper Castles” an. Natürlich kommt auch diese Platte, gemäß den Grundsätzen der südafrikanischen Künstlerin, völlig independent heraus, auf eigenem Label und ohne Plattenfirma im Rücken. Dass man auch auf diesem Weg Erfolg haben kann, beweist eine Oscar-Nominierung in der Kategorie “Best Original Song” für ihren Song “She”!

Alice Phoebe Lous konsequent unabhängige Herangehensweise an ihre Musik hat der Singer/Songwriterin ein kreatives Selbstvertrauen gegeben, das man deutlich aus ihrem fesselnden Gesang und ihrer reduzierten Musik heraushört. Entwickelt auf den Straßen Berlins, sorgt ihre Musik weltweit für Begeisterung. Mit ihrer ehrlichen Art, Geschichten zu erzählen, und ihrer rauen, schönen Stimme verzaubert Alice Phoebe Lou Musik-Liebhaberinnen und Liebhaber. Egal ob als Solistin und Straßenmusikerin am Mauerpark oder inzwischen verstärkt und mit Band, in nicht selten ausverkauften Clubs und Hallen: Stets gibt sie alles und vertritt ihre Meinungen und Ansichten vehement.

Nach dem Debütalbum “Orbit” aus dem Jahr 2016 folgt nun also das zweite, reife und coole Werk der Gitarristin und Sängerin. Ehrensache, dass die Frau, die fast alles über Musik und Performance auf der Straße gelernt hat, damit auch wieder verreist.

5K HD | Als 5K HD im Jahr 2017 ihr Debüt-Album “And To In A” präsentierten, war aus dem Nichts eine Band da, die sofort als Supergroup bezeichnet wurde – alle MusikerInnen keine Unbekannten und fusioniert eine Live-Gewalt, die auf den Popfestivals als Stimmungsmacher und auf den Jazzfestivals als virtuose Soundtüftler abgefeiert wurden. Kaum eine Band ist derartig frei, nimmt sich so viel heraus und schafft diesen musikalischen Spagat. 5K HD klingt futuristisch, zerbrechlich, episch, brachial, verspielt, bedrohlich, cineastisch, verzerrt, locker flockig, dope, bad ass, sensitive.

5K HD ist ein eingängiges und auf euphorische Art verstörendes Pop- und Hochkultur-Experiment, das gänzlich ohne Laptop auskommt, auch wenn es sich oft nach dem Gegenteil anhört. Die Fähigkeiten und der Background dieser MusikerInnen führt dermaßen weit und tief, dass sie tatsächlich machen können, was sie wollen. Es ist eine jener Bands, die man sinnvoller Weise nicht danach fragt, was für eine Musik sie machen.

5K HD hat als etwas angefangen, das nicht geplant war. “And To In A” ist aus einem schnellen und intensiven Sog entstanden, ohne ausgeklügeltes Konzept und versammelt musikalisch unter einem Dach, was sich scheinbar ausschließt oder nur selten trifft. Ihre Sounds, Rhythmen und Perspektiven haben 5K HD aus einem gigantischen Spektrum gewählt, das vielschichtig und widersprüchlich ist, daraus entstanden ist eine genaue und für sie spezifische musikalische Sprache, die sich wiedererkennen aber nicht benennen lässt.

Sowohl die Stimme als auch die Instrumente werden dermaßen verfremdet, dass man aus den Augen verliert, wer welchen Sound verursacht. Die Band vermischt die tradierten Rollen ihrer Instrumente, lässt den Bass spielen, was normaler Weise vom Keyboard kommt oder verteilt die Fingerfolgen einer Klavierkomposition auf die anderen Instrumente. Ein elektronischer Klang bekommt die Struktur eines barocken Madrigal. Elemente aus Minimal, Trap und Oper werden in komplexe Kompositionen verwandelt, die so easy daherkommen, wie Jazz auf Heroin.

Wer nicht Musik studiert hat, wird all die Formen, Anspielungen und ihre Berechnungen nicht benennen können, sie sehr wohl aber spüren. Die Musik kommt einem oft fremd und vertraut vor, ohne dass man kapiert, warum. Viele haben gesagt, sie können kaum glauben, dass alle Sounds von der Bühne kommen und live gespielt werden. Das macht die Band auch zu einer, der man gerne auf die Finger schaut.

Nach 1,5 Jahren des internationalen Tourens setzt 5K HD zum nächsten Wurf an. Als ersten Vorgeschmack gibt es die Single “In, Out” inklusive Video. 5K HD spielen hier mit ihrer Faszination für die gigantische Welt des Trap, der gepitchten Stimmen, Adlibs, Broken Sounds, schiefen Klänge und schnellen Hi-Hats. Es macht der Band sichtlich Spaß, die Elemente auf allen Ebenen in andere Gefilde zu verschleppen. In, Out verfolgt dabei eine harte Soundästhetik und schwebt trotzdem losgelöst im Äther.

Bobby Oroza | ist 23 Jahre alt und biografisch ein untypischer Soulsänger. Von einem weißen Finnen mit bolivianischen Vorfahren erwartet man sich nicht unbedingt eine derartige Authentizität in diesem afroamerikanischen Genre. Wie einst der große Curtis Mayfield spielt Oroza, während er singt, Gitarre. Auf ihr bringt er Klänge hervor, die zuweilen klingen, als kämen sie aus einer Orgel. Diese Sounds kühlen die Hitze seines Gesangs ab. Immer wieder wechselt er zwischen Falsett und tieferen Lagen.

Liebe ist das Leitmotiv dieses Werks. Und so nennt sich sein fantastisches Debütalbum auch “This Love”. Bobby Oroza hat als Perkussionist begonnen und dafür sogar eine Ausbildung auf Kuba absolviert. Aber mehr und mehr hat ihn der Soul der späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahre in Beschlag genommen. So hat er die Formensprache dieser Jahre, also die fragile Ästhetik von Acts wie Curtis Mayfield und den Delfonics, internalisiert und mutig ins Heute bugsiert. Das machte auch jenseits des großen Teichs Eindruck.

Das amerikanische Label Big Crown warb Oroza von seinem finnischen Stammlabel Timmion ab. Jetzt ist er bei der gleichen Firma wie Soulgigant Lee Fields unter Vertrag. So etwas ist rar. Aber der Sound von “This Love” überzeugt, wie man es nur selten erlebt. Bobby Oroza ist schlicht ein Nachgeborener des “Sound of 1971”. Er lebt diese Klänge, stellt sie nicht bloß nach. Seine Lieder schreibt er alle selbst. Gemeinsam mit seiner präzisen Band Cold Diamond & Mink arbeitet er die Arrangements aus. Nur an zwei Stücke hat ein Landsmann Orozas, ein gewisser Jimi Tenor, Hand angelegt.

Orozas elegante Musik ist nicht mit Noten zugestellt, und die Texte lassen sich in der eigenen Fantasie weiterspinnen. Ideal für Teenager jeglichen Alters. (Die Presse, Samir Köck)

My Ugly Clementine | Die waschechte Wiener Supergroup versammelt vier szenebekannte Figuren hinter Gitarre, Bass und Schlagzeug – und macht von der ersten Single “Never Be Yours” an mächtig Spaß. Die Band ist das Brainchild von Sophie Lindinger (Leyya). Sie hat sich dafür mit Mira Lu Kovacs (Schmieds Puls, 5K HD), Kathrin Kolleritsch (Kerosin95) und Barbara Jungreithmeier (Daffodils) umgeben. Wie groß die Sehnsucht nach Neuem der handelnden Personen ist, zeigt das: Wiewohl das Quartett bis dato noch keine Musik veröffentlicht hat, war die erste angekündigte Live-Show von My Ugly Clementine in Wien innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Das dabei gleich reihenweise geltende Klischees über Bord geschmissen werden, ist ein schöner Nebeneffekt. Die Gitarre als Inbegriff der Pop-Revolution verschwand in den letzten Jahren zusehends hinter glattgebügelten Stimmen und Bubblegum-Effekten. Es wurde Zeit, diesen Raum ordentlich durchzulüften und mit einer Portion Freude zu erfüllen. Vom ersten Moment wird klar, wohin dieser Zug für My Ugly Clementine fährt.

Bevor die Band als solche entstand, entstanden Sophie Lindingers Songs – aus Ideen “zur Abwechslung” zu ihrer Stammband Leyya, die in den letzten Jahren zwei gefeierte Alben veröffentlichte, Musikpreise gewann und um den Globus tourte. Dabei wird auch gleich das Klischeebild entsorgt, wonach sie (fälschlicherweise “nur”) als “die Sängerin” identifiziert wurde. Schon bei Leyya hatte sie als gleichberechtigte Mitproduzentin und Songschreiberin des Duos wesentlichen Anteil an dessen Erfolg. Bei My Ugly Clementine tritt sie noch stärker an die Schalthebel, um gleichzeitig Raum für den energiegeladenen Gesang von Kathrin und Barbara zu schaffen. Auf der Bühne wird Sophie Bass spielen.

“Für diese Band habe ich den Luxus gehabt, Menschen, mit denen ich schon immer Musik machen wollte zu fragen, ob sie Lust auf etwas Neues haben. Und alle haben sofort ja gesagt.”

Wir werden noch viel Freude daran haben und lauthals mitsingen. Hallo in der Welt von My Ugly Clementine!