Fr, 2. Dezember 2016

Die CD im Wandel der Zeit

Advertorial

Die Technik entwickelt sich in einer immensen Geschwindigkeit, so dass neue Technologien eine immer kürzere Lebensdauer aufweisen – vor allem in der digitalen Welt. So richtig angefangen hat die Digitalisierung mit einem Datenträger, der es bis heute geschafft hat, im Alltag Verwendung zu finden: Die Rede ist von der CD. Begonnen hat der Siegeszug der Compact Disc Anfang der 1980er. Dennoch wird auch die CD langsam, aber sicher verschwinden.

Bildquelle: Jiri Vaclavek – 134156258 / Shutterstock.com

Bestandteile einer CD

Eine Compact Disc besteht grundsätzlich aus drei Schichten unterschiedlichen Materials:

  • dem „Grundgerüst“ aus dem Kunststoff Polycarbonat,
  • einer dünnen Beschichtung aus Aluminium
  • und einer schützenden Acryl-Beschichtung.

Das widerstandsfähige Polycarbonat, das unter anderem auch bei Schutzhelmen, Brillengläsern oder Autoscheinwerfern verwendet wird, zeichnet sich durch eine hohe Schlagzähigkeit und Festigkeit aus, so dass CDs in der Regel eine lange Lebensdauer von bis zu 30 Jahren aufweisen. Beim Pressen durch Spritzprägen, ein Spritzgussverfahren, werden Vertiefungen in das Polycarbonat eingebracht.

Beim Brennen hingegen wird nur die oberste, photoempfindliche Schicht beschrieben, weshalb gepresste CDs in puncto Lebensdauer die bessere Wahl darstellen. Die Schwachstelle bei gepressten Scheiben ist eher die meist aus Aluminium bestehende Reflexionsschicht, weshalb einige Hersteller auch Silber oder Gold anstelle von Aluminium verwenden. Das wirkt sich allerdings nachteilig auf die Kosten aus.

Ein passendes Lesegerät in Form eines CD-Players ist in der Lage, die erhöhten (lands) und die vertieften (pits) Stellen auszulesen und in einen binären Code von Nullen und Einsen umzuwandeln. Die so erhaltenen Daten werden dann wiederum in Audiosignale oder bei Daten-CDs in Dateien umgewandelt.

Der Aufstieg der CD

Musik wurde seit der Erfindung der Schallplatte Ende des 19. Jahrhunderts grundsätzlich auf den schwarzen und meistens aus Vinyl bestehenden Scheiben verbreitet. Aufgrund des mechanischen Abspielverfahrens ist jedoch die Haltbarkeit von Schallplatten nicht sonderlich hoch. Durch die Reibung der Abtastnadel des Plattenspielers auf der Schallplatte wird die Qualität der Aufnahme in Mitleidenschaft gezogen. Die technische Entwicklung hat hier zwar auch Fortschritte erzielen können, aber eine gewisse Abnutzung ist weiterhin gegeben.

Um nun eine langfristige Speicherung bei gleichzeitig fehlerfreier Wiedergabe zu gewährleisten, hat das niederländische Unternehmen Philips in Zusammenarbeit mit dem japanischen Elektronikriesen Sony in den 1970er Jahren Anstrengungen unternommen, eine neue Technologie zu entwickeln. 1979 wurden die ersten Prototypen des neuen Speichermediums vorgestellt. Die Eigenschaften der Compact Discs beeindruckten und konnten in beinahe allen Bereichen anderen Speichermedien den Rang ablaufen.

Vorteile von Musik-CDs
  • Spieldauer von 74 Minuten
  • Optisch lesbar → kein Qualitätsverlust durch den Abspielvorgang
  • Kompakte Bauart erleichtert Transport und Lagerung
  • Geringere Produktionskosten
  • Höhere Benutzerfreundlichkeit: Repeat, Shuffle etc.

Vor allem in der Musikindustrie wurden die Silberscheiben mit Wohlwollen aufgenommen. Die CD verhalf zahlreichen weltbekannten Musikern zum Erfolg, da die Verbreitung praktikabler und einfacher wurde. Wenn man zum Beispiel mit seiner Band eine eigene CD aufnehmen und damit Erfolg in der Musikbranche erzielen möchte, müssen in Deutschland nur bestimmte Richtlinien der GEMA erfüllt werden.

Dass in der Musikbranche der primäre Verwendungszweck lag, macht auch ein Mythos deutlich, der sich seit Jahrzehnten hält: Philips hatte die angedachte Spieldauer einer CD von 60 Minuten auf Bitten des damaligen Vize-Präsidenten Norio Ōga auf 74 Minuten verlängert. Begründet wurde dies von Ōga mit dem Wunsch, die komplette 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven speichern zu können. Das führte zu einem Durchmesser von 12 cm, der bis auf einige Ausnahmen bis heute Bestand hat.

Ob sich dieser Mythos tatsächlich so zugetragen hat, ist allerdings nicht belegt. Denkbar wäre auch eine Orientierung an der Audiokassette, die eine Diagonale von 11,5 cm aufweist und bis dahin neben den Schallplatten das meist verwendete Medium für Musik darstellte. Auf der Funkausstellung in Berlin wurde die CD 1981 und 1982 auf der hifivideo 82 als Tonträger vorgestellt und als bahnbrechende Entwicklung gefeiert.

Im Jahr 1982 kamen daraufhin die ersten Alben auf dem neuen Speichermedium in den Verkauf. Zeitgleich brachten Philips und Sony verständlicherweise auch die ersten CD-Player auf den Markt. Das erste auf CD veröffentlichte Album war Billy Joels „52nd Street“, aber auch ABBA mit „The Visitors“ zählen zu den Vorreitern.

In den ersten Jahren nach dem Markteintritt konnten die Verkaufszahlen der CDs aufgrund der Notwendigkeit neuer Abspielgeräte natürlich noch nicht an die Schallplatte heranreichen. Es dauerte aber auch nicht lange, bis die CD die Schallplatte in der Musikbranche als wichtigsten Tonträger ablösen konnte. Bereits 1989 wurden in Deutschland mit 56,9 Mio. Einheiten mehr Musik-Alben auf CD verkauft als auf Schallplatte (48,3 Mio.).

Die CD hat ihren Zenit längst überschritten. Aber da selbst die Schallplatte noch immer in diversen Läden zu finden ist, wird uns auch die CD bestimmt noch viele Jahre erhalten bleiben.

Die CD als Datenträger

Abseits dessen war die CD natürlich nicht nur als Datenträger für Musik entwickelt worden. Die Silberlinge brachten die digitale Welt auch in das heimische Wohnzimmer. 1985 entwickelten Sony und Philipps einen einheitlichen Standard zur Speicherung von Daten auf einer CD. Im Vergleich zu den alten Speichermedien wie Disketten oder auch Magnetbändern konnten die CD-ROMs mit schnelleren Zugriffszeiten und vor allem mit einer deutlich höheren Speicherkapazität glänzen.
Während die üblichen Disketten bis zu 1,44 MB Daten fassen konnten, war bei den ersten CD-ROMs erst bei 650 MB das Ende der Fahnenstange erreicht. Später wurden 700 MB zum Standard. Aber erst Anfang der 90er Jahre wurde die Auslieferung von Software mittels CDs üblich. Die Gründe dafür lagen in der immer größeren Datenmenge, die die Programme und Spiele benötigten, und der Verbreitung von Desktop-PCs in den Haushalten. Somit hat sich Mitte der 90er mithilfe der erhältlichen CD-Brenner die CD auch als Medium zur Datensicherung durchgesetzt.

Die Zukunft der CD

Das Ende der CD ist aufgrund des technischen Fortschritts unabwendbar. Höhere Qualität bei digitalen Daten ist grundsätzlich nur durch größere Datenmengen – abgesehen von besseren Kompressionsverfahren – zu bewerkstelligen. Daher reichen die für heutige Zeiten doch recht gering vorkommenden 700 MB nicht mehr aus, um mit anderen Speichermedien wie Flash-Speichern zu konkurrieren.

In der Musikbranche allerdings werden sich CDs noch viele Jahre halten, auch wenn die Konkurrenz im Internet durch Streaming-Dienste und Alben zum Herunterladen immer stärker wird und den Absatz von Musik-CDs verringert. Jedoch gibt es immer noch zahlreiche Menschen, die beim Kauf auch etwas in der Hand haben oder ein Cover ihr Eigen nennen wollen. Außerdem sieht eine Musik-Sammlung im CD-Regal deutlich schicker aus als die digitale Variante.

Bildquelle: Jiri Vaclavek – 134156258 / Shutterstock.com