Nach Deerhunters gefeiertem letzten Studioalbum Halcyon Digest von 2010, das nicht nur in der deutschen Musikpresse obere Ränge in den Jahresend-Polls einnahm, melden sich Mastermind Bradford Cox und seine Band Anfang Mai mit einem neuen Studioalbum zurück. Wieder einmal scheren sich Deerhunter um keinerlei Erwartungshaltung und schlagen einem mit Monomania einen rauen Indie-Brocken um die Ohren, der die charakteristische Extravaganz der Band abermals wirkungsvoll zum Ausdruck bringt. Um es mit den Worten der Band zu sagen:
Mystery disc of NOCTURNAL GARAGE. rat tapes / NEW FORMATis avant garde(?) but only in context not form (original intent of avant garde (1912-59) / before logic: FOG MACHINE / LEATHER / NEON
Unüberhörbar sind auch diesmal die Einflüsse des New Wave der späten 70er und der solcher Bands wie Wire und Can. Bei aller oberflächlichen Schroffheit des Albums kommt die schwerelose Erhabenheit von Schönheiten wie „The Missing“ oder „Sleepwalking“ dabei umso mehr zum Tragen. Durch diese Stücke, die unbedingt in einem Atemzug mit so jungen Band-Klassikern wie „Desire Lines“ oder „Mona Lisa“ genannt gehören, offenbart sich das brillante Talent des Songwriters Bradford Cox am unmittelbarsten.
Monomania wurde Anfang 2013 in nächtlichen Sessions mit Nicolas Vernhes (Animal Collective, Wild Nothing, Björk) in Brooklyn aufgenommen. Es ist das fünfte Studioalbum der 2001 gegründeten Band aus Georgia.
Deerhunter werden in diesem Juni das All Tomorrow’s Parties Weekend in Camber Sands, UK kuratieren, auf dem u.a. Steve Reich und The Breeders auftreten.