Von wegen unvisionär
Final Fantasy: Resonance im Test
Square Enix weiß, was die Welt braucht. Mit Final Fantasy VII Rebirth gab es das langersehnte Wiedersehen mit Cloud, Sephiroth und Co. aber wo bleibt der Kern des Gameplays? Wo ist das Feeling der alten Tage hin? Final Fantasy Resonance lässt die Veteranen spüren, wie es war. Damals.
Die Zeit von rundenbasierten Final Fantasy ist gezählt. Während die Tactics-Serie als Bastion für ältere Generationen noch übrig ist, ist das Action-RPG aus Final Fantasy nicht mehr wegzudenken. Bitte nicht falsch verstehen: FF VII, XV und XVI sind großartige Videospiele und bringen das Epos der Final Fantasy-Reihe richtig zur Geltung. Manchmal darf es aber auch Retro sein. Also rosa Brille auf Final Fantasy Resonance starten.

It’s Been Awhile
Die Hintergründe zuerst: Resonance findet seine Wurzeln 2015 in einem Mobile Game – FINAL FANTASY BRAVE EXVIUS. Ein Gatcha Game, das sich casual am Smartphone gezockt hat und zwei Soldaten in einen Krieg um Kristalle entsandt hat. Fast Forward in 2026 erscheint im Oktober Final Fantasy Resonance – eine Story um zwei junge Soldaten, die in einen Krieg um Kristalle entsandt werden.
Als Gegenspieler wartet eine Gegner-Gruppierung namens Sinister Six, die alle Lebenskristalle der Welt zerstören wollen, um an mehr Macht zu kommen. Rain und Lasswell, die jungen Soldaten des Königspalastes müssen mit Hilfe von Freunden und Visionen gegen eine Übermacht an Zauberern antreten. Umso besser, dass diese Visionen zufällig Krieger aus anderen Universen sind. Die Namen: Cloud, Tidus, Zidane, Squall und Co! Denn in Resonance dürft ihr nicht nur in bester FF-Manier mächtige Bestias beschwören sondern auch noch Visionen von alten Charakteren aus anderen FF-Titeln zur Hilfe rufen. So beginnt nicht nur eine Jagd auf die Bösewichte sondern auch auf die Helden aus der Vergangenheit!

Visions For Eternity
In Kämpfen müsst ihr in alter JRPG Manier die Gegner solang hitten, bis ihre Stagger-Leiste erreicht ist um dann zusätzliche Attacken und verheerende Ultis auf sie zu starten. Somit kommen nicht die Visionen zu Einsatz sondern auch die Bestias, die die diversen Helden herbeirufen können. Von Siren und Carbuncle sind viele altbekannte Namen mit von der Partie.
Die Visionen der Helden alter Zeit dienen euch, um eure Charaktere noch stärker zu machen. So ist der Protagonist Rain zwar ein Verteidiger in einer ursprünglichen Klasse, kann aber jede Vision tragen. Terra – aus Final Fantasy VI – ist Magierin der höchsten Klasse und gemeinsam wird Rain zu einem mächtigen magischen Tank. Die Stats der Charaktere leveln nämlich wie bei jedem RPG gleichmäßig auf, die Visionen bieten ihre aktiven und passiven Fähigkeiten an, um euer Team noch dynamischer auszustatten. So kann Lasswell als Angreifer mit Vision von Cloud – FF VII – noch stärkere Angriffe starten alle Stats boosten oder mit einer Heilmagierin zu einem starken Support ausgebildet werden. Der Clou: alle erlernten Visions-Fähigkeiten bleiben dem Helden erhalten und können zusätzlich genutzt werden, ohne die Vision ausgerüstet zu haben.
So entsteht ein spannendes Skill-System, das euer Team zu jederzeit wirklich dynamisch ausbauen lässt – sofern ihr alle Visionen die ihr habt auch ausrüstet und nutzt! Euer Team lernt zwar mit Level-Up gewisse Fähigkeiten, die in ihre Basisklasse gehören, jedoch machen die Visions-Upgrades ziemlich viel Spaß um spannende Kämpfe zu erhalten.

Feast Your Eyes And Ears
Die HD-2D ist das neue Steckenpferd der Retro-Games. Sowohl die Pixel-Remaster als auch Octopath Traveller haben davon bereits profitiert und Square Enix setzt alles daran, dies noch zu toppen. Die Mischung zwischen photorealistischer Unreal-Optik wie Wasserwellen und 8-bit Helden auf einem Strand ist eine willkommene Abwechslung und die Limit Breaks des Teams und Visions-Ultimate sind ein reiner Augenschmaus. Wenn Squall mit seiner Gunblade einen Energie-Strahl quer durch die Map zündet um dem Gegner 9999 Schaden auszuteilen, dann strahlen die Augen der alten Fans – nicht nur aus Freude! Auch der orchestrale Soundtrack muss hier erwähnt werden, denn sowohl in Kämpfen als auch in der großen Welt von Resonance klimpert und klingt alles wunderbar. Auch alle Charaktere im Spiel sind komplett synchronisiert und es muss nicht mehr nur gelesen werden!

Fazit
Mit Final Fantasy Resonance hat Square Enix hier mehrere Bullseyes getroffen. Fans von rundenbasierten RPGs haben endlich wieder neuen Stoff abzuarbeiten. Die Visionen lassen mit ihren neu aufgemachten Charakter-Models die Herzen aller Final Fantasy-Fans ordentlich höher schlagen und zeigen der jüngeren Generation, was früher einmal war – und die Story eines längst vergessenen Mobile-Games wird als tolle Singleplayer-Erfahrung neu aufbereitet und gut präsentiert. Wer sich mit der äußert verfeinerten HD-2D Optik anfreudet, der wird mit Resonance eine wirklich gute Zeit haben!
Ich kann für mich behaupten: Final Fantasy Resonance ist DAS RPG des Jahres!
Das Gute
+ Optik & Soundtrack
+ Visions-Gameplay
+ Retro-Feeling für Jung und Alt
+ charismatische Helden
Das Schlechte
- erzwungene Zufallskämpfe