2026
13
Dienstag Oktober

Die richtige Seite Eine dunkelbraune Groteske

Gasthaus Birner An der Oberen Alten Donau 47, 1210 Wien
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Einlass: 18:30 Uhr Beginn: 19:30 Uhr
  • Eintritt 25.00
Die richtige Seite am 13. October 2026 @ Gasthaus Birner.

Vermisste Katzen, verlorene Geldbeutel und Rufe nach dem Kammerjäger, um das linke Ungeziefer zu vernichten: Die Facebookgruppe „Ich wohne auf der richtigen Seite der Donau (21/22 Bezirk)“ hat über 20.000 Mitglieder, hauptsächlich bestehend aus besorgten Bürger*innen, die der FPÖ und der Neuen Rechten nahestehen.

Da battlen sich Querdenkerinnen, verlorene Seelen, Trolle und Fakeprofile, gefangen zwischen Wohlbehagen in der Opferrolle und Selbstüberhöhung als Widerstandskämpferinnen gegen ein jede Freiheit raubendes „System“, das wahlweise in der EU, in der großen Koalition, im Great Reset und natürlich vor allem bei Linken aller Arten verortet wird.

Bernhard Dechant ist seit acht Jahren Mitglied in diesem durch diverse Zeitungsartikel und eine parlamentarische Anfrage im Jahr 2018 zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten Gewächshaus für Verschwörungsmythen und Wiederbetätigung und versucht die Ursachen für die Sturzfluten unflätigsten Hasses und der Angst zu ergründen, die jedes differenzierte Argument überrollen.

Kann und muss man diese Menschen verstehen, auf ihre Sorgen und Ängste eingehen? In welchen Realitäten leben sie und woher werden diese gespeist?

Nun übersetzt Dechant die politisch wirkmächtigen Halluzinationen des virtuellen Facebook-Stammtisches ins alteingesessene Floridsdorfer Strandgasthaus Birner.

Sein hochkarätiges Ensemble lässt sich die tägliche Niedertracht der Beschimpfungen und Erniedrigungen genüsslich auf der Zunge zergehen. Die Posts, Memes und Kommentare der Wiedergänger von Werner Schwabs Figuren Karli, Herta, Jürgen, Fotzi, Schweindi und Hasi, ihre Intimhygienen, ihre Lieblingsressentiments und ihre permanente Untergangsangst führen uns an die Grenzen des Verbotsgesetzes und darüber hinaus.

Eine analoge Groteske voll schwarzem Humor.

Garantiert politisch unkorrekt, völlig entwoked und natürlich genderfrei.

„Die richtige Seite“ fragt aber auch nach den Algorithmen, die Angst, Hass und Fakes im digitalen Raum immens verstärken, und nach den Mechanismen, die die Gruppenphantasmen solcher Blasen in den „Sozialen Medien“ in den gesellschaftspolitischen Mainstream überführen, um schlussendlich an den Grundfesten unserer Demokratien zu nagen, und liefert damit eine messerscharfe Analyse eines wohl zu befürchtenden Übergangs vom digitalen Feudalismus zum digitalen Totalitarismus.

Pressestimmen

„Grell, grotesk und unterhaltsam ist dieser Abend. Man lacht über die Angst vor dem Schnitzel-Verlust. Bildet sich ein, das alles wäre nur Theater. Ist es nicht. ‚Die richtige Seite‘ ist tatsächlich das Stück zur Stunde.“

(Kurier)

„Ein mutiger Abend, der die Monstrosität digitaler Echokammern veranschaulicht.“

(Der Standard)

„Das könnte Bruhaha-Kabarett sein. Dechant aber wendet ein paar geniale Kunstgriffe an. (…) Nicht zuletzt dank einer durchwegs brillanten Besetzung gerät ‚Die richtige Seite‘ witzig, pointiert und aufschlussreich. Gefällt mir.“

(Der Falter)