Warum spielen Bands und Musiker*innen Zugaben?
Die Band geht von der Bühne, das Publikum fordert eine Zugabe und wenig später geht die Party weiter. Doch warum eigentlich?
Das Konzert scheint vorbei zu sein. Die Band verlässt die Bühne, das Licht geht aus und plötzlich ruft die ganze Halle nur noch ein Wort: „Zugabe!“ Wenige Augenblicke später stehen die Musiker*innen wieder auf der Bühne und spielen noch ein paar Songs. Doch warum gehört dieses Ritual eigentlich zu fast jedem Konzert?
Wer regelmäßig auf Konzerte geht, kennt diesen Moment wahrscheinlich nur zu gut.
Der vermeintlich letzte Song ist vorbei, die Band bedankt sich beim Publikum und verschwindet hinter der Bühne. Kaum sind die Musiker*innen weg, wird geklatscht, gepfiffen und irgendwann ruft fast die ganze Halle nur noch: „Zugabe! Zugabe!“
Doch ist das wirklich spontan?
Die Antwort lautet meistens: Nein.
Viele Bands legen ihre größten Hits sogar ganz bewusst ans Ende der Zugabe. So bleibt das Konzert den Besucher*innen besonders lange in Erinnerung und endet mit einem echten Höhepunkt. Bei den meisten Konzerten steht die Zugabe schon lange fest, bevor überhaupt der erste Ton gespielt wird.
Welche Songs gespielt werden, wann die Band die Bühne verlässt und wann sie wieder zurückkommt, ist meistens Teil der gesamten Show. Licht, Ton und Abläufe sind darauf abgestimmt und auch die Setlist steht in der Regel schon fest.
Das nimmt dem Ganzen aber überhaupt nichts von seiner Magie.

Warum verschwindet die Band dann überhaupt?
Falls du dir diese Frage schon einmal gestellt hast: Du bist nicht allein. Der kurze Moment hinter der Bühne baut Spannung auf. Das Publikum hat Zeit, den Abend zu feiern, laut zu klatschen und zu zeigen, dass es noch nicht nach Hause möchte.
Wenn die Band dann zurückkommt, ist die Stimmung meistens sogar noch besser als vorher. Genau deshalb gehört dieser Moment seit Jahrzehnten zu fast jedem Konzert dazu.

Gibt es auch echte Zugaben?
Ja, die gibt es tatsächlich.
Vor allem bei kleineren Clubkonzerten oder besonderen Shows kann es vorkommen, dass Bands spontan noch einen zusätzlichen Song spielen, weil die Stimmung einfach unglaublich ist.
Das passiert zwar deutlich seltener als viele glauben, kommt aber immer wieder vor.

Woher kommt die Tradition überhaupt?
Die Zugabe gibt es übrigens schon viel länger als Rock- oder Popmusik.
Bereits vor mehreren hundert Jahren verlangte das Publikum nach besonders gelungenen Aufführungen ein weiteres Stück. Damals verwendete man dafür den französischen Begriff „Encore“, was übersetzt so viel wie „noch einmal“ bedeutet.
Bis heute hat sich diese Tradition gehalten, egal ob bei Rock-, Pop-, Metal- oder Klassikkonzerten.
Gibt es Konzerte ohne Zugabe?
Natürlich.
Gerade auf Festivals verzichten viele Bands darauf. Dort ist der Zeitplan meistens sehr eng und nach einem Auftritt muss oft sofort für die nächste Band umgebaut werden.
Auch manche Künstler*innen verzichten ganz bewusst auf eine Zugabe und spielen ihre komplette Setlist einfach ohne Unterbrechung bis zum letzten Song.
VOLUME meint
Auch wenn bei vielen Konzerten längst feststeht, dass die Band noch einmal zurückkommt, fühlt sich dieser Moment jedes Mal besonders an.
Sobald das Licht ausgeht und tausende Menschen gleichzeitig „Zugabe!“ rufen, entsteht einfach eine ganz besondere Stimmung.
Und genau deshalb gehört dieses kleine Ritual für viele genauso zum Konzert wie der erste Song oder der Applaus am Ende.