Holt die Seismometer raus!
Hans im Glück kommt mit dicker Hose, fetten Beats und einer guten Portion Selbstironie.
„Hans im Glück“ ist ein klassisches Märchen, das die gleichnamige Band in eine moderne Diskofabel verwandelt. Unser Hans, in seiner naiven, spontanen Art, stolpert gekonnt über Tanzflächen, Filmsets und das politische Parkett Wiens und läßt dabei den bisweilen starke Blähungen verursachenden Zeitgeist durch sich durch fließen. Er ist gestylt und hält sich für den größten und doch merkt man, dass er neben seinen Schuhen steht.
Es ist eine moderne Popfabel zwischen Exzentrik, Irrfahrt und Party. Gepaart mit einer subversiven, kritischen Kraft, die aus einer Selbstironie gespeist wird und auch politische Dimensionen annimmt. In Summe ist das Album damit ein gewagter und brillanter Drahtseilakt, der die Gesellschaft der „modern Performer“ und deren sinnleere Geld- und Machtfixierung (auf Kosten der Gemeinschaft) ebenso gekonnt aufs Korn nimmt, wie die Typen, die in der U-Bahn ihre Lässigkeit durch den ganzen Waggon schreien müssen. Da sind sie: die Archetypen unserer modernen Zeit. Der himmelschreiende Auswurf der Leistungsgesellschaft gibt ein gigantisches Fest und Hans im Glück macht die Musik dazu.
Hans im Glück sind Hans Wagner (Text, Gesang) und Vlado Dzihan (Musik, Produktion).