Metroidvania in Observation (MIO)
MIO: Memories in Orbit Review
Metroidvania Fans aufgepasst, denn es gibt bald neuen Nachschub für eure Lieblingsplattform. Die Entwickler Douze Dixiemes nehmen euch mit auf ein farbenfrohes Abenteuer. Wir haben uns der Herausforderung gestellt und wollen euch unsere „Erinnerungen vom Orbit“ kundtun.
Müssten wir gleich zu Beginn MIO: Memories in Orbit für euch beschreiben, dann wäre das kurzgefasst mit der Aussage Metroidvania getan. Kenner des Genres haben automatisch ein Bild und Erwartungshaltung im Kopf und wir können sagen, dass sich Entwickler Doiuze Dixiemes an diese Kochrezeptformel gehalten hat.

MIO ist ein reines Einzelspielererlebnis in dem ihr die Kontrolle über einen kleinen flinken Roboter nehmt. Viel mehr Einleitung erhaltet ihr nicht und es ist ein wesentlicher Bestandteil der Erfahrung von MIO. Ihr erhaltet erst Stück für Stück neue Informationen und Erkenntnisse und müsst herausfinden wie eure nächste Aufgabe aussieht.

Dabei wird euer Entdeckungsdrang geweckt, denn zu Beginn steht euch keine Weltkarte zur Verfügung und auch eure Fähigkeiten sind auf ein Minimum begrenzt. Erst durch die Erforschung der Spielewelt und absolvieren der unterschiedlichen, oft herausfordernden Sprungeinlagen in denen ihr eurer Fähigkeiten und Können unter Beweis stellt oder Bosskämpfe, die euch ebenso fordern, erlangt ihr im Weiteren an neue Orte oder an neue Fähigkeiten.

Neben diesen genannten permanenten Fähigkeiten verfügt ihr in MIO über passive Mods. Diese könnt ihr entweder in der Spielewelt finden oder euch später bei einem Händler für wertvollen Perlmut, die Hauptwährung, kaufen. Jeder Mod bringt einen kleinen Twist in das Gameplay und verbraucht entsprechend Kapazitäten eurer Zuteilungsmatrix. Entsprechend eurem können oder Ziel und den aktuell erlangten Mods erwischen wir uns immer wieder am feintunen für die nächste Herausforderung.

Die Nexuspunkte sind eure Speicherpunkte in der Spielewelt. Solltet ihr eure Lebenspunkte im Kampf verlieren werdet ihr zum letzten Nexuspunkt zurückbeordert. Zusätzlich könnt ihr dort die zuvor angesprochenen Mods individuel zuweisen und solltet ihr den Punkt dazwischen besuchen auch wieder geheilt. Verfügt der Nexus zusätzlich über einen Wächter könnt ihr später auch zwischen den Punkten schnellreisen.

Perlmut erlangt ihr durch das erledigen von Gegnern oder Sammeln von Behältern oder Schrottsammlungen. Diese Währung benötigt ihr für neue Mods oder zum Nutzen von Perlmutbecken, an denen ihr eure Gesundheit wiederherstellen könnt. Aber Achtung, denn solltet ihr eure Perlmuttropfen nicht bei einem der Roboter in Kristalle umwandeln verliert ihr die aktuelle Anzahl an Tropfen bei eurem Ableben wieder. Daher solltet ihr immer versuchen eure Perlmuttropfen auszugeben oder in Kristalle umzuwandeln. Die zweite Währung neben Perlmut sind alte Kerne, die ihr von ausrangierten Robotern bekommt. Manche Mods benötigen eine unterschiedliche Anzahl von Kernen um beim Händler gekauft werden zu können.

Auch beim Schwierigkeitsgrad richtet sich MIO eher an alt eingesessene Kenner des Metroidvania Genres. Geschenkt wird euch nämlich nichts und ihr müsst die meiste Zeit eurer Können unter Beweis stellen und die Abfolgen von Sprungsequenzen quasi intus haben, ansonsten gelingt sie euch nicht. Selbiges gilt für die Kampfmuster in Bosskämpfen, bei denen sich zusätzlich oftmals nochmal eine Änderung in der zweiten Hälfte der Lebensleiste ergibt. Dabei ist jeder der Bosskämpfe ein Unikat und fordert unsere Fähigkeiten.

Allerdings bietet euch MIO unter den Einstellungen Optionen für ein unterstütztes Spielen an. Damit könnt ihr die Lebensleiste der Bosse reduzieren, Euch zeitweilig unsichtbar gegen normale Feinde machen um leichter voranzukommen und um euch zusätzlich einen temporären Schutzschild zu erzeugen.

Zuletzt wollen wir aber noch eine Besonderheit von MIO hervorheben. Das ist die in wasserfarbenartig gehaltene Spielewelt. Dabei spielt man besondere Akzente und Sequenzen in Schwarzweiß zu inszenieren um diese vom farbenfrohen Alltag hervorzuheben. Die normale Spielewelt wirkt hier nebenbei auf uns wie ein zum Leben erwecktes Gemälde.

Je nach persönlichem Können, aktivierten Unterstützungen und persönlichem Erkundungsdrang werdet ihr schon einige Stunden in MIO vor euch haben. Wir haben nach knapp 20h das Ende der Hauptgeschichte erreicht, aber noch langen nicht alle Passagen erkundet, alle Geheimnisse gefunden bzw. alle Sammelobjekte und Verbesserungen entdeckt. Der Entwickler selbst schätzt den Gesamtumfang auf etwa 25-40h Spielzeit und dem würden wir zustimmen.
MIO: Memories in Orbit für etwa € 17,99 für Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Windows und Xbox Series X/S erscheinen und ist zum Release auch im Xbox Gamepass enthalten.
Fazit
An MIO selbst kann man fast nichts aussetzen, wenn man ihm den Stempel Metroidvania aufdrückt. Man bekommt genau das was man sich erwartet. Das ist aber auch gleichzeitig unser minimaler Kritikpunkt, denn mit Ausnahme der Story und Entwicklungen überrascht man uns nicht. Außerdem wollen wir nochmal betonen, dass wir glauben, dass selbst mit den angebotenen Unterstützungsfeatures die Zielgruppe der Spielern eher bei erfahrenen Metroidvaniaspielern liegt, die nach einer neuen Herausforderung suchen. Durchschnittsspieler werfen vielleicht eher früher als später das Handtuch. Wenn ihr euch unsicher seid macht ihr aber mit der aktuellen Preispolitik wenig verkehrt, denn das Preis Leistungsangebot finden wir einladend. Wir versuchen jetzt noch die restlichen Geheimnisse und Erfolge zu ergattern.
— Fabian PadrtaDas Gute
+ Spielzeit, Spielespaß und Umfang
+ Optik und Atmosphäre bieten uns ein zum Leben erwecktes Gemälde.
+ Forderndes Metroidvania für jene die Herausforderungen suchen
Das Schlechte
- Zu fordernd für Durchschnittsspieler