Wie oft haben wir schon gehört, dass der Punk angeblich so furchtbat tod sei und eine morbide Weiterentwicklung, der man gerne das Kürzel "Post" vorschiebt, ja auch nichts anderes als zum Scheitern verurteilt ist. Die gute alte Diskussion in der Musik zum Thema "Wer hat recht und wer nicht?" ging in den 80er Jahren nicht nur einmal um en gesamten Globus. Und dann war GREEN DAY! Dass die USA die Sex Pistols um gute zehn Jahre versäumt hat, zeigt der stetige Aufstieg dieser Rabaukentruppe, die sich nach ihrer Gründung 1987 und ihrer ersten Single "Slappy Hours" noch kurz unter dem Namen "Sweet Children" verdingten. Mit dem ersten Album "Kerplunk" werden sie 1992 erstmals von der Szene wahrgenommen und erspielen sich so einen Majorvertrag bei Warner, wo sie bis heute noch verweilen. Als 1994 "Dookie" in den Plattenläden liegt outet sich die gesamte westliche Zivilisation als GREEN DAY- Fan, natürlich wollen es alle schon immer gewußt haben. Die Single "Basket Case" wird von MTV rauf und runter gespielt (zu einer Zeit, als diese auch noch Musikvideos im Programm hatten) - die Zeit des großen Punkrevivals war eingeläutet. Die nachkommenden Alben "Insomniac", "Nimrod" und "Warning" können nur teuilweise oder gar nicht an die Erfolge anschließen, Tournee werden abgesagt, man beginnt sich vom Punk weg eher zum Pop hinzubewegen, typische Verschleißerscheinungen einer amerikanischen Band, die nie so recht wußte was sie tut... Bis eines Tages das Volk ein Einsehen hatte, einen absoluten Vollkoffer zum Präsidenten wählen und sich GREEN DAY auf ihre "political correctness" besinnen. Das Resulteat ist "American Idiot", eine Hammerscheibe, die GREEN DAY endlich nach Jahren auch wieder im richtigen Licht erscheinen lassen. Tolle Songs mit Texten, die die sprichwörtliche "Faust aufs Auge" in sich haben. Ein Konzeptalbum der übelsten Sorte. Damit kommt man sogar zu Liveauftritten auf MTV - Videos spielen sie ja (fast) keine mehr. GREEN DAY - demnächst auf Tour, demnächst bei uns - GOTTSEIDANK!