Do, 20. Oktober 2016

Leben aus - VR an! - Playstation VR

Lange war der Kampf der neuesten Technologie Virtual Reality ein offenes Schlachtfeld. Doch jetzt, wo alle Fraktionen für Jedermann erhältlich sind gibt es den ultimativen Showdown. Die Playstation VR ist da und will den Thron besteigen. Doch kann sich die Brille von Sony gegenüber der Konkurrenz durchsetzen?

Da mittlerweile alle Brillen auf der Nase lagen und ausgiebig getestet werden durften ist nun Playstation mit ihrer VR-Brille dran und bereit zum ultimativen Kampfpreis den Markt zu erobern. Doch da hat Sony die Rechnung ohne HTC und Oculus gemacht!

Game Of Thrones

Gleich beim Auspacken der PSVR merkt man, dass etwas Entscheidendes fehlt: Die Kamera. Diese ist essentiell, um die Brille nutzen zu können, um die Kopfbewegungen zu berechnen. Diese ist im Starter-Kit nicht beigepackt und muss separat hinzugekauft werden oder man besitzt sie bereits aufgrund der letzten Technologie Playstation Move. Hat man erstmal alle Kabel ausgeräumt geht es ans Anstecken. Die Brille hängt via Kabel an einer Splitter Box, die wie eine kleine Version der PS4 aussieht und dort das Signal verstärkt und aufgeteilt wird. So muss man die PS4 in den Switch stecken, den Switch mit dem TV verbinden und danach noch die Brille einstöpseln. Das Switch selbst benötigt eine eigene Stromquelle, man sollte daher noch für Steckdosen sorgen.
Der relative wüste Kabelsalat muss irgendwie hinter/neben/unter dem TV verschanzt werden, danach bemerkt man im Wohnzimmer nur ein Kabel: Die PSVR Brille. Das Kabel hat eine angenehme Länge von ca. 3 Metern, was für den Gebrauch im Sitzen sowie im Stehen völlig ausreicht. Sollte einmal wer über das Kabel stürzen so gibt es eine Sollkapp-Stelle gleich zu Beginn, ohne gravierende Schäden an der Hardware zu verursachen. Nice!
Die Brille sitzt sehr gut am Kopf und drückt nicht wie die Konkurrenz direkt aufs Gesicht sondern wird wie ein Helm aufgesetzt und die Linsen werden ans Gesicht geschoben. Die Bewegungen schüttelt man nach ein bis zwei Versuchen lässig vom Handgelenk und sind für jedermann einfach zu verstehen.

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In My Reality

PS4 – Check, Kabel – Check, Controller – Check. Go! Brille auf – Spaß an! Sofern man kein VR spezifisches Game startet sieht man durchwegs den Playstation Screen wie eine große Leinwand vor sich. Diese kann in den Einstellungen vergrößert und verkleinert werden und bietet somit auch zum Zocken auf 110 Zoll an. Wir haben Destiny und Mafia3 angezockt und sind vom Kinomodus begeistert. Auch Netflix und der hauseigene Videoplayer können allerhand Medien abspielen.
Für Beisitzende, die die Brille nicht aufhaben, hat Sony eine passable Lösung geschaffen: den Social-Screen. Der Fernseher fungiert als Bildschirm und bildet alles ab, was die Brille zeigt. Ein Vorteil gegenüber den Kollegen der PC-Variante, da dort das Anzeigen teilweise nur sehr umständlich funktioniert. Dies ist vor allem bei den Games von Vorteil, denn zum Beispiel Playroom VR, welches kostenlos im PSN verfügbar ist, arbeitet genau mit diesem Feature und kann somit Multiplayer Spiele bieten für bis zu 4 Spieler. Auch “Keep talking and nobody explodes”, wo der PSVR Spieler eine Bombe vor sich sieht und der Gegenüber nur eine Anleitung zum Entschärfen hat, macht so ordentlich Laune und man muss nicht daneben sitzen und hoffen, dass der Brillenträger erzählt, was passiert.

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Games

Doch alles steht und fällt mit dem Spiele-Line Up! Da hat Sony einen großen Vorteil. Zusätzlich zu vielen portierten Games von Drittherstellern arbeitet Sony stetig mit Entwicklern an neuen Titeln und bietet zum Release bereits 25 Games an. Neben den bereits VR-Urgesteinen wie Job Simulator oder KTANE und den Demos wie The Kitchen gibt es natürlich schon erste vollwertige Games. CCP hat Eve Valkyrie am Start, ein Space-Shooter, der starke Mägen benötigt, oder Sony’s Until Dawn: Rush Of Blood. Letzteres ist ein klassischer Rail-Shooter, bei dem auf allerhand Böses geballert werden darf und immer wieder Jump Scares die Brille mit Schweiß anlaufen lassen. RIGS, ein Sport-Mech-Shooter, lässt den Spieler in die Rolle eines Piloten versetzen, der ein aufstrebender Star im Mech-Sport werden möchte und sich durch einige (Multiplayer)-Levels ballern muss, um den Sieg und die Trophäe zu erringen.
Alle Spiele können mit Dualshock4 Controller gezockt werden und viele bieten mittlerweile die Möglichkeit an mit Playstation Move Controller zu spielen, was die Authentizität der Games ansteigen lässt. Allem voran stehen hier VR World und Until Dawn: Rush Of Blood.
Wenn man Sonys Worten Glauben schenken darf, so sind derzeit über 50 Games in Entwicklung, darunter der heiß erwartete Resident Evil – Teil VII (VÖ: 24.1.17), der PSVR exklusiv den Horror direkt ins Wohnzimmer bringen wird.

rigs

Fazit

Nach einer Woche als Brillenträger kann man nun sagen, dass Playstation VR die komfortabelste VR-Brille der aktuellen Generation bietet. Es zwickt nicht und drückt nicht. Doch die Bewegungen sind gegenüber der HTC Vive eingeschränkt und gesteuert wird nur mit dem Controller. Die Kamer erkennt zwar ein Lehnen, Ducken und Springen, doch schnell stößt man an die Grenzen des Zimmers und der Winkel der Playstation Kamera. Wer kein Zubehör bisher für die PS4 hatte, der muss sich zusätzlich zur Brille (399,- €) noch eine Playstation Kamera (59,- €) sowie 1-2 Move Controller (~40,- €) zulegen, um den vollen Umfang der Technologie genießen zu können. Doch selbst mit PS4 (299,- €) ist das Playstation VR Erlebnis immer noch die günstigste der drei Varianten. Das Spiele-Line Up bietet derzeit viele “Mini”Games und Tech Demos, die teilweise günstiger bei der Konkurrenz zu erhaschen sind, ein RIGS oder Battlezone schlagen sich mit 59,99 € UVP zu Buche, was für den Inhalt zwar okay ist, jedoch für den Spielspaß und Dauer ein wenig zu hoch angesetzt ist.

Es bleibt abzuwarten, was die Zukunft an Spielen bringt und ob die Industrie auf dem VR-Hype Train bleibt. Wer bis dahin zu wenig Platz für eine HTC Vive daheim hat, dem sei PSVR schwer ans Herz gelegt!
Ich bin dann mal wieder weg, denn ICH BIN BATMAN!

Bewertung

Urteil +guter Komfort +Spiele Line Up +Preis +Social Screen -Zusatzhardware muss separat gekauft werden -Kabelsalat -Spiele teuer
Alles in Allem Great