Mi, 19. April 2017

2B or not 2B - Nier: Automata Review

Ob nun in Blockbuster Filmen wie Blade Runner oder Serien wie West World. Die Fragen aller Sci-Fi Fragen beschäftigt uns alle schon jahrelang: Können Roboter irgendwann Emotionen empfinden? Platinum Games und Square Enix gehen dieser Frage in Nier: Automata nach. Sie lassen uns in die Rolle von 2B, einer Androidin, deren genaue Bestimmung wir erst noch erfahren sollen, schlüpfen. Doch bereits in den ersten Spielminuten erfahren wir, dass nichts so ist wie es auf den ersten Blick scheint.

Das Action-RPG Nier: Automata erzählt uns eine dystope Geschichte, die eigentlich bereits bekannt ist. In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Erde zerstört. Die Maschinen bevölkern nun den Planeten und die letzten Reste der Menschheit haben sich auf dem Mond zurückgezogen. Die autonom agierenden Androiden, unter ihnen 2B und 9S, sollen nun die Erde wieder von den aggressiven Alien-Maschinen bereinigen. Dabei erleben die beiden überraschende Entwicklungen, die nicht nur Ihre Mission sondern auch Ihre Existenz in Frage stellt.

[/link] Unser Dreamteam 2B und 9S

Für die Ehre der Menschheit

Bereits von der ersten Minute an nimmt uns Nier: Automata an die Hand auf 2Bs (Selbstfindungs)reise. Denn sowohl unsere Fähigkeiten, wie auch die Steuerung unseres Androiden, entwickeln sich im Laufe des Spielverlaufs. Zu Beginn fliegen wir, fast schon nostalgisch, als Teil einer Flugstaffel in einer Art 2D-Arcadeshooter. Die Steuerung geht dabei schon fast wie von selbst von der Hand. Danach wechselt das Spiel nahtlos in die für Action-RPG übliche Third-Person und wir dürfen unser können in einer Kombinationen aus leichten und schweren Angriff, Ausweichmanövern und Schusswechseln beweisen. Dabei lernen wir, so wie 2B, Schritt für Schritt unsere Fähigkeiten kennen und was es bedeutet ein Android zu sein.

[/link] Die Flugsequenzen überzeugen uns jedes Mal

Kaum haben wir Fuß auf der riesigen dystopen Open World der Erde gefasst, schon stehen unsere Protagonisten vor ihrem ersten Rätsel. Denn die Invasionsmaschinen haben sich entwickelt und versuchen nun den Menschen ähnlicher zu werden. Mit Anfängen von eigener Sprache, Kleidung und Wohnsiedlungen stellt man nicht nur die Aufgabe der Androiden in Frage sondern auch den Ausgang des Krieges.

Die Qual der Wahl

Als Ausrüstung stehen uns zahlreiche Nahkampfwaffen, wie Schwerter und Speere zu Verfügung. Als Schusswaffe dient uns ein kleiner mechanischer Begleiter, alias POD, welcher über unseren Schultern schwebt. Alle Waffen, sowie auch Anpassungen und Fertigkeiten für den POD können gefunden, käuflich erworben oder Teil einer Questbelohnung einer Quest sein. Bei speziellen Händlern können diese dann verbessert werden, sofern wir über alle notwendigen Materialen und das notwendige Kleingeld verfügen.

Im Laufe des Spieles besitzen wir nicht nur zahlreiche Waffen sondern auch mehrere PODs. Diese können wir individuell mit Chips ausrüsten können. Jeder davon kann unser Spielverhalten beeinflussen, denn sogar unser User Interface kann damit individuell gestaltet werden. Ob und welche Informationen uns zur Verfügung gestellt werden hängt einzig allein von der Wahl unseres PODs, somit von den Chips, ab. Wir überlegen somit immer wieder welche UI-Elemente aktuell gerade wichtig sind oder z.B. durch einen Schadensboost ausgetauscht werden können.

[/link] Nach dem Motto “Have it your Way” stellen wir unser Spiel zusammen

Auf leichterem Schwierigkeitsgrad können zudem „Auto-Chips“ verwendet werden. Dadurch werden Gameplay Funktionen, wie das Nutzen von Heilungsgegenständen oder Schussfunktion des PODs, automatisch ausgeführt. Das erleichtert das Spiel immens, Spieler können so auch ihre individuellen Schwächen im Spiel abfangen umso in der Story voranzukommen. Trotzdem nimmt es aber einen Großteil des Spielespaß mit sich, da Kämpfe nahezu komplett autonom ablaufen können.

Im Kampf kann dann nahtlos zwischen ausgewählten Waffen oder PODs gewechselt werden um einen entscheidenden Vorteil zu erzielen.

Wie leiwand war das denn

Nier überrascht uns immer wieder mit seinen Impressionen. Highlights, wie der fliegende Kamerawechsel von Third-Person auf Stage-Modus oder von Spiel auf Zwischensequenz lassen uns immer mehr Teil von 2Bs Welt werden. Jedes Mal wenn wir uns denken „Wie leiwand war das denn“ werden wir im nächsten Moment wieder überrascht. Nicht zuletzt durch die Vielzahl an möglichen Spielenden.

[/link] Im Vergüngungpark kämpfen wir sogar auf einer Achterbahn

Ja, Nier: Automata hat verschiedene Enden. Allerdings hat das Wort Ende in diesem Spiel eine komplett andere Bedeutung. Denn mit jedem Mal durchspielen entdecken wir neue Aspekte und klären Fragen, die wir vielleicht schon längst wieder vergessen haben. Ende ist bei Nier also ein dehnbarer Begriff und wer lang genug am Ball bleibt erfährt mehr Zusammenhänge zu Drakengards Nier. Doch Nier: Automata spielt sich auch ohne Vorkenntnisse problemlos und die meisten Fragen werden gelöst.

Einzige Kleinigkeit hemmt den Spielspaß von Nier: Automata: Die Kollisionsabfrage inkl. unsichtbare Wände. Diese hindern uns daran auch nur die kleinsten Objekte mittels Doppelsprung zu überqueren, wenn dies nicht vom Entwickler vorgesehen war. Immer wieder stoßen wir auf unserer Reise durch die Open World auf solche Objekte, von denen wir fest überzeugt sind darauf springen zu können.

Fazit

Nier: Automata motivierte uns zu neue Höchstleistungen, wie schon lange kein Spiel mehr. Als Spieler ist man dabei, ähnlich wie 2B, nur Teil von etwas Größerem, dessen Vielfalt erst nach insgesamt fünf Spieldurchläufen komplett erfassbar für uns wird. Dabei erfreuen wir uns an der Fusion aus Nahkampf-Aktion und Kugelhagel, die nicht zuletzt durch intuitive Steuerung und flüssigen Übergangen zwischen Cinematischen Sequenzen und Gameplay unterstützt wird. Damit schreibt Nier: Automata unserer Meinung nach nicht nur die Geschichte sondern auch das Ende neu.

Bewertung

Urteil + Spannende Storyline + Anreiz für mehrere Spieldurchläufe + Flüssige Kampfverläufe und Kameraübergänge + Riesige Open World + Individuelles Userinterface - Unsichtbare Wände
Alles in Allem Must Have