Sa, 10. Oktober 2015

Eindrücke aus der Redaktion: Star Wars Battlefront Open Beta

Wenn einer der meisterwarteten Titel des Jahres eine Open Beta macht, müssen wir die natürlich spielen. Was wir davon halten?

Dave

Die Spannung war unerträglich. 10 Jahre nach dem letzten echten Star-Wars Shooter geht’s endlich wieder rund im Outer-Rim Territorium. Nach wunderschönen 20 Minuten anzocken der Alpha-Version auf der San Diego Comic Con und mehrmaligem Anstellen beim EA Booth auf der Gamescom kann ich es endlich in den eigenen 4 Wänden spielen. Star Wars Battlefront 2015! Sofort installiert und gleich mit einem AT-AT Seite an Seite gegen den Rebellen-Abschaum gekämpft. Wunderbar! Nach mehreren Stunden Beta kann ich getrost sagen: Fans werden nicht enttäuscht. Das Gameplay ist wunderbar einfach und schnell konzipiert, Shooter Veteranen können die Zielhilfe ausschalten und in der Ego-Perspektive zocken. Mit den Perks, die hin und wieder am Schlachtfeld erscheinen werden kurzfristige Vorteile, wie Helden oder TIE Interceptor zur Unterstützung hinzugezogen. Doch all diese Vorteile sind gut ausbalanciert, denn mit einem Raketenwerfer ist der A-Wing schnell wieder vom Himmel geholt. Die Lebensleiste ist regenerativ und der Modus wirkt nicht wie ein simpler Klon eines Battlefield Modus, denn beide Teams müssen gleichzeitig angreifen und verteidigen, was für viel Spielraum in den Taktiken sorgt.
Der neue Modus Abwurfzone ist bei Gott keine neuartige Idee, bringt aber das Intensität der Schlachten am Boden zu einem Höhepunkt.
Während der dritte Modus, Überleben eher als Offline Modus gedacht ist, ist es möglich mit einem Freund auf der Couch gemeinsam gegen Wellen von Bots anzutreten. Dies macht zu zweit im Splitscreen oder online wesentlich mehr Spaß als alleine.
Battlefront ist (zum Glück) nicht nur ein Battlefield mit Star Wars Flair, wie es von Fans befürchtet wurde, sondern ein echter Fun-Shooter, der Star Wars-Fans Tränen der Freude in die Augen treiben wird.

Möge dich Macht mit Euch sein!

Christian

Es ist ein Star Wars-Spiel. Imperium gegen Rebellen, mit etwas Glück kann man dabei auch einen kurzen Blick auf Luke Skywalker oder Darth Vader erhaschen. Und ich bin ja Star Wars-Fan, das gebe ich ganz offen zu.
Aber trotzdem finde ich die Beta außerordentlich enttäuschend. Natürlich ist sie vom Umfang her nicht umreißend: drei Maps, vier Waffen, und ein paar Ausrüstungsgegenstände. Aber es lässt vom Gameplay her genug auf das fertige Spiel erahnen. DICE hat sich offenbar von den Befürchtungen der Fans, sie würden ein Battlefield: Star Wars produzieren, so dermaßen einschüchtern lassen, dass sie die ganzen Innovationen und Verbesserungen der letzten Jahre einfach nicht in Battlefront gepackt haben. Stattdessen soll es mehr sein wie die ursprünglichen Teile, die ja von einem anderen Entwickler stammten.
Dabei herausgekommen ist ein absolut beliebiger Konsolenshooter im Star Wars-Design. Man spawnt irgendwo auf der Map, bei Bedarf neben dem einen Freund (“Squad”-größe ist 2), den einem das Spiel zugesteht. Im Modus Drop Zone heißt das wirklich irgendwo. Vor einem oder mehreren Gegnern? Keine Seltenheit. Beim Walker Assault kann es auch leicht vorkommen, dass man direkt im Schussfeld der AT-ATs das Spielfeld betritt. Spaß macht das keinen.
Von Spawns jetzt einmal abgesehen verbringt man den Großteil des Spiels als einfacher Fußsoldat damit, auf Gegner zu schießen, Shooter halt. Die Waffen sind allesamt sehr ähnlich: präzise, mit vernachlässigbarem Rückstoß, und töten in 4-5 Schüssen, was bei gutem Zielen zu schnell ist, als dass man darauf reagieren und in Deckung gehen könnte. Es sei denn die Hitboxen spielen nicht mit, was öfters der Fall war. Mit Fadenkreuz genau über einem stationären Gegner trafen meine Schüsse oft unsichtbare Hindernisse in der Luft, Felsen o.Ä. blocken also mehr als man annehmen könnte.
Ich wäre mit einem Battlefield: Star Wars zufrieden gewesen. Auch mit einem Call of Duty: Star Wars. Aber dieser halbgare, uninspirierte Aufguss macht nicht Lust auf mehr.

Stefan

Nach großen Erwartungen traf mich leider die harte Realität und ein Déjà-vu aus Dragon Age 2 – Ein langersehnter Spieletitel, welcher unglaublich großes Potential für für ein PC-Game hatte, wurde ins Konsolenformat verpackt. Dies wird einem spätestens dann bewusst, sobald man die beiden unterschiedlichen Versionen ausprobiert und verglichen hat, denn das Kampfsystem fühlt sich am PC einfach nicht nativ an.
Allgemein fühlt sich das Spiel wie ein langsames CoD mit nicht ausgereiften Feuergefechten an, in dem kein Schuss dort hin fliegt, wo er eigentlich sollte, wenn man nicht gerade sogar eine unsichtbare Wand trifft, die zwischen Blaster und Ziel liegt. Auch wenn es anfangs so wirkt, als ob es immer etwas zu tun gibt, wird einem schnell klar, dass dies nicht der Fall ist. Das Spielprinzip ist einfach, iterativ und trotz 20vs20-Kämpfen teilweise langweilig, da die riesigen Karten einfach leblos gestaltet sind. Power-Ups, die uns kurzzeitig in Helden verwandeln oder uns die Möglichkeit geben einen AT-ST oder A-Wing zu steuern, suggerieren dem Spieler, dass er jetzt einen Unterschied machen kann, doch die wirklich wichtigen Dinge sind immer von der KI gesteuert.
Zwar gibt es zwei Kameraperspektiven, doch wer nicht in Third Person rumläuft, ist selber schuld. Es gibt keinerlei Nachteile beim Zielen und man hat viel mehr Sicht auf die Umgebung und kann auch noch um die Ecke blicken.
Um nicht nur negative Punkte aufzuzählen, muss erwähnt werden, dass die Grafik toll geworden ist. Es sieht authentisch aus, so wie es versprochen wurde. Zusätzlich sind die Sounds richtig gut und untermauern das realistische Feeling am Schlachtfeld.
So schwer es mir fällt es zu sagen, hätte ich mich doch mehr über ein Battlefield mit Star Wars Skins und Maps gefreut, anstatt über Battlefront.

Domi

Endlich haben Star Wars Fans die Möglichkeit einen Blick auf die Beta das neue Star Wars: Battlefront zu werfen. Obwohl ich mir, als Neuling der Battlefront-Reihe, aufgrund der zahllosen Kritiken und Rants die im Internet zu finden waren eigentlich recht wenig von Star Wars: Battlefront erwartet habe, konnte ich doch nicht widerstehen selbst einen Blick zu riskieren. Das wunderschöne und sehr übersichtliche Menü brachte mich gleich zu Beginn kurz aus dem Konzept, jedoch haben die Gameplay-Passagen im Endeffekt meine niedrigen Erwartungen bestätigt. Obwohl die 20vs20-Kämpfe durchaus eine etwas kriegerische Atmosphäre verbreiten, waren die Abenteuer auf dem Planeten Hoth doch sehr “Meh…”. Als Rebellen ist man klar im Nachteil und es geschieht nur unglaublich selten dass tatsächlich die gute Seite die Schlacht gewinnt. Dies liegt vor allem daran, dass die einst sehr fragilen AT-ATs der Alpha-Version extrem verstärkt wurden, was wiederum dazu führt, dass nur noch sehr selten tatsächlich einer der beiden zerstört wird, geschweigedenn beide. Während sich die imperiale Seite lediglich auf das Töten der Rebellen konzentrieren kann, obliegt es der guten Seite sämtliche Ziele und objectives zu verfolgen. Die Aufgaben wurden also bei der Beta sehr ungleichmäßig aufgeteilt. Ein weiterer großer Negativpunkt waren für mich die komplett zufälligen Respawn-locations. Einmal wird man direkt in den Armen des Feindes wiederbelebt, das nächste mal erwacht man hunderte Meter von den umkämpften Objectives entfernt und verbringt folge dessen die meiste Zeit mit Laufen. Meines Erachtens nach fühlen sich die Schlachten jedoch nicht nach PvP-Kämpfen an, sondern eher nach einem Haufen NPCs die gegeneinander vorgehen. Nachdem ich einen anderen Spieler erledigt hatte überkam mich nie das typische kurzweilige Triumphgefühl welches ich normalerweise verspüre wenn ich die Oberhand in einem PvP-Titel gewonnen habe. Ob dies jedoch an den unbeeindruckenden Einschlag-effekten oder an etwas anderem liegt, ist mir bis jetzt noch unklar.
Wenn Star Wars: Battlefront wirklich dem Shooter-Genre und vor allem der Battlefront-Reihe gerecht werden will, muss DICE meines Erachtens nach noch einiges hinbiegen.