Mi, 15. August 2018

Eine Minute zum Glück

Next Stop: Happiness #70

Wenn man bedenkt, wie einem eine Kleinigkeit den Tag versauen kann, müsste das ja umgekehrt genauso funktionieren. Ein kurzer Moment wird zur klitzekleinen Freude und verschönert einem die mühsamsten Stunden. Klingt doch gut, nicht wahr? Und jetzt stell dir vor, du kannst auch noch selbst dafür sorgen … Ich dachte nicht, dass es klappt, doch – Achtung: Spoiler – es funktioniert tatsächlich!

Zum Thema „kleine Dinge“ gibt es eine Menge Sprichwörter. Viele klingen überdramatisch und zum Augenverdrehen. Aber die Quintessenz der meisten ist: Die kleinen Dinge machen viel aus, also schätze sie auch. Sogar bei „Die kleinen Dinge bestraft der liebe Gott sofort“ macht das Sinn! Also habe ich begonnen, ein paar kleine Tipps auszuprobieren, von denen ich gelesen habe. Zwei davon möchte ich euch diesmal vorstellen.

One-Minute-Rule

Als erstes habe ich mich an die One-Minute- Rule gewagt. Sie besagt, dass man alles sofort erledigen soll, was weniger als eine Minute dauert. Und da ich ein recht chaotischer Mensch bin und viel herumliegen lasse, dachte ich mir, das ist der perfekte Anfang. Mein einziger Fehler war, darüber mit meinem Freund zu sprechen, der empfand, meine One-Minute-Rule müsse sofort auch für alles gelten, was in diesem Moment schon herumliegt und gemacht werden sollte. Da erschlägt einen sofort eine Welle an dreißig One-Minute-Erledigungen und funktioniert so natürlich nicht, sondern erst, wenn sich die Regel in deinem Alltag manifestiert hat.

Für den Anfang solltest du die One-Minute- Rule deswegen nur bei allem einsetzen, was neu aufpoppt, oder die Altlasten mit To-Do- Listen auf ein paar Tage aufteilen. Sobald es zur Gewohnheit geworden ist, dass du die Tetrapaks sofort zusammenquetschst oder den Anruf bei der Versicherung gleich erledigst, wird nicht nur das Chaos in deiner Wohnung oder in deinem Kalender weniger, sondern auch in deinem Kopf.

Betten machen wie die Großen

Da es gerade mal eine Minute dauert, sein Bett zu machen, ist dieser Trick mit der One-Minute- Rule irgendwie eh schon „part of the game“, sei hier aber trotzdem noch einmal einzeln erwähnt. Ich habe es nämlich nie verstanden, warum man sein Bett in der Früh machen soll, wenn man sich vierzehn Stunden später eh wieder hineinlegt. So ganz verstehe ich das heute auch noch nicht, allerdings habe ich in einem Podcast von folgendem „Trick“ gehört und wollte herausfinden, ob da wirklich etwas dran ist. In „Happier“ heißt es nämlich, dass das Bettmachen schon zeitig in der Früh der erste Erfolg ist, den man am Tag erreichen kann und dass man damit besser in den Tag startet. Du nimmst dir also die zehn Sekunden Zeit, legst dein Bettzeug zusammen und hast gleich nach dem Aufstehen schon ein unsichtbares To-Do-Element erledigt.

Du hinterlässt deine Wohnung ordentlich, verlässt sie mit einem guten Gefühl, immerhin hast du schon etwas erreicht, und legst dich dann abends in ein faltenfreies Bett. In ein gemachtes Bett. Und das wiederum fühlt sich an, als könntest du jetzt auch ordentlich schlafen. Und morgen in einen neuen, aufgeräumten Tag starten.