Extreme Festivaling

(Un)Entbehrliches Wissen #62

INTO THE VALLEY – Für Freunde von Paul Kalksprenger

Wem der triste Anblick von Zeltstädten mit kollabierenden 16-Jährigen auf der Suche nach dem nächsten Wasserloch zu wenig pittoresk ist, dem sagt vielleicht eine etwas ausgefallenere Location mehr zu. Für das Electro Festival Into the Valley in Estland wird ein riesiger ehemaliger Kalksteinbruch samt See zum Festivalgelände umfunktioniert. Das atemberaubende und weltweit einzigartige Ambiente sowie die exzellente Soundqualität wecken selbst in den intolerantesten Elektroboykottierern den Wunsch, sich die unvergleichliche Stimmung dort einmal live reinzuziehen.

FESTIVAL N°6 – Märchenhafter Ausnahmezustand

Noch mehr Zauber bietet nur Portmeirion in Wales: Die märchenhafte Ortschaft wird beim Festival N°6 einmal im Jahr in ein kunterbuntes Festivaldorf verwandelt. Der Name des Events ist an den Protagonisten der TV-Serie „The Prisoner“ – die großteils dort gedreht wurde – angelehnt. Dank Musikrichtungen wie Rock, Folk, House, Techno und Dance ist beinahe für jeden Geschmack etwas dabei, für das besondere Feeling sorgt der Ort an sich: Portmeirion sieht wie eine italienische Küstenstadt aus und auch das Klima scheint dort mediterraner als im restlichen Land zu sein. Verständigen kann man sich zum Glück trotzdem gewohnt lallend auf Englisch.

MELT! FESTIVAL – Metallmonster in Ferropolis

Das nächste Festival entführt uns nach Ferropolis (lat. für „Stadt aus Eisen). Was zunächst für Metaller-Pilgerungen prädestiniert scheint, schlägt akustisch ganz andere Töne an. Das Melt! Festival in Gräfenhainichen (Deutschland) vereint nämlich Elektro, Indie und Hip-Hop Klänge in einem Freiluftmuseum für Kohletagebau – umgeben von Tagebaugroßgeräten. Die beeindruckende Open Air Bühne befindet sich in einer Arena, die an ein römisches Amphitheater erinnert, obendrein gibt es eine Stage unter einem riesigen Schaufelradbagger. Echt. Verdammt. Cool.

WAVE-GOTIK-TREFFEN – Was das dunkle Herz begehrt

Wem das zu wenig Metal ist, der sollte sein Glück beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig versuchen. Dieses skurrile und aufwändige Festival mit über hundert Konzerten war ursprünglich eine Hommage an die Walpurgisnacht. Es bietet vom Finstersten, was Black Metal aufzuwarten hat, über Mittelaltermärkte und -workshops, Liverollenspiele und spezielle Filmvorführungen bis hin zu Autorenlesungen düsterster Literatur alles, was die schwarze Seele begehrt. Nicht ganz so Hartgesottene können einfach die großartigen Outfits der Besucher auf sich wirken lassen und darauf spekulieren, dass gerade irgendwo am Gelände einer Fledermaus der Kopf abgebissen wird.

TRÆNAFESTIVAL – Paradise Island

Derartige Rituale kann man beim Trænafestival in Norwegen wahrscheinlich nicht beobachten, dafür gibt es genug andere Eindrücke für sämtliche Sinnesorgane. Das Happening findet nämlich auf einer kleinen, 65 Kilometer vom Festland entfernten, naturbelassenen Insel im Atlantik statt, die nur mithilfe einer Fähre erreicht werden kann. Organisiert wird die Sause von den 500 Insulanern, die sich erfolgreich bemühen, für eine familiäre und zugleich exotische Atmosphäre zu sorgen. Beschallen lassen kann man sich von Indie, Pop und Rock, wobei die Bühnen an den schönsten und seltsamsten Stellen der nordischen Insel platziert sind.

Some Random Facts

  • Vor Beginn des bürgerlichen Musiklebens im 18. Jahrhundert war es unüblich, Musik vor einem zahlenden Publikum aufzuführen.
  • Termiten fressen sich doppelt so schnell durch Holz, wenn sie Heavy Metal hören.
  • Das Wort Fasching leitet sich von Fastenschank ab, dem letzten Ausschank vor der Fastenzeit.
  • Es gibt mehr Bäume auf der Erde als Sterne in der Milchstraße.
  • Die Magensäure ist stark genug, um Zink aufzulösen. Sie zerstört die Magenwand nur nicht, da sich diese ständig erneuert.
  • Der Grund, warum Menschen vom Achterbahnfahren schlecht wird, ist, dass der Körper den Schwindel als Vergiftung interpretiert.