Wer nach wildem, dreckigem Rock’n’Roll sucht, ist leider an der falschen Adresse. Hier gibt das gute alte Piano die Haupttöne und Melodien vor. Elektronische Gitarren werden nur wohl dosiert eingesetzt, auch der sonst so druckvolle Schlagzeuger Matt Helders hält sich dieses Mal im rhythmischen Hintergrund zurück. Ein Wagnis, das beim ersten Hördurchlauf für leichte Irritation sorgt, sich auf lange Sicht jedoch durchaus bezahlt machen könnte. Denn das Charisma des Turner‘schen Organs erfährt durch die grundsätzliche Reduktion eine neue Bedeutsamkeit und Dringlichkeit. Als Alleinunterhalter, Hoteldirektor und Geschichtenerzähler sorgt er in einer imaginären, düsteren, verrauchten, mit roten Samtsesseln und kleinen Lampen auf jedem Tischchen ausgestatteten Hotelbar für kurzweilige, melancholische wie elektrisierende Momente bis in die frühen Morgenstunden. Weniger tanzen, mehr schunkeln lautet das neue Motto – ganz im Sinne des Titels. Jedoch keine Sorge, Schmalzlocke Turner und sein Personal kümmern sich trotz neuer Tranquilität weiterhin hervorragend um das musikalische Wohl ihrer Gäste. Have a nice stay!

 

 

EBENFALLS DIESE WOCHE NEU IM GUT SORTIERTEN PLATTENREGAL:

 

  • Aisha Devi: DNA Feelings
  • Bad Wolves: Disobey
  • Beach House: 7
  • Charlie Puth: Voicenotes
  • Chrch: Light Will Consume Us All
  • La Luz: Floating Features
  • Luke Winslow-King: Blue Mesa
  • Pressyes: On the Run
  • Sevendust: All I See Is War
  • Simian Mobile Disco: Murmurations
  • SSION: O
  • Tents: Stars On The GPS Sky
  • The Body: I Have Fought Against It, But I Can't Any Longer
  • The Sea And Cake: Any Day