Wanda polarisieren. Für die einen sind sie „die vielleicht letzte wichtige Rock'n'Roll-Band unserer Generation“ (Musikexpress), für die anderen eine Beislband mit begrenztem Wortschatz. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Eigentlich egal, denn was jetzt zählt, ist das dritte Machwerk „Niente“.

Eines sind Marco, Manuel, Christian, Reinhold und Lukas zweifelsohne: unglaublich erfolgreich. Eine ausverkaufte Stadthalle, 102 Chartwochen mit ihrem Debüt „Amore“ und vier Mal an der Spitze der Top-40 mit „Bussi“ sprechen für sich. Mit Album Numero Tre folgt nun aber die Probe aufs Exempel. Konnten sie beim Vorgänger noch auf Songs, die vor ihrem Durchbruch gleichzeitig mit denen von „Amore“ entstanden sind, zurückgreifen, so mussten die vier Herren diesmal bei niente anfangen. Eine Herausforderung, doch am Ende fällt Columbo immer etwas ein.

Wanda versuchen erst gar nicht, sich neu zu erfinden, sondern bleiben ihrem Erfolgskonzept treu. Popmusik mit Amore, die diesmal etwas ausproduzierter anmutet, bietet den Soundteppich, auf dem es sich Marco gemütlich macht, sich genüsslich eine Zigarette anzündet und etwas persönlicher als bisher über Kindheit, Tod und Leidenschaft philosophiert. Wobei die gewohnt minimalistische Ausdrucksweise dabei nicht passiert, sondern erwünscht ist: „Ich bin der Überzeugung, dass Reduktion immer noch den stärksten Effekt auf den Zuhörer hat“, erklärt Marco im Interview. „Es ist ein Versuch, mit wenigen Worten zu reflektieren. Ich habe das Gefühl, mehr zu mir selbst gefunden zu haben.“

Und das hört man, denn unterm Strich ist „Niente“ genau die Platte, die man sich von Wanda erwartet und gleichzeitig erhofft hat: frischer Sound ohne große Überraschungen. Wenig bis niente auszusetzen.

Alles, was man über „Niente“ noch wissen muss, erklärt Marco Wanda hier höchstpersönlich! Amore! Bussi!