Die Formel für Post-Hardcore ist relativ einfach. Sie setzt auf chaotische Stakkato-Riffs und Gebrüll in den Strophen, die ihre Katharsis in einem hymnischen Refrain finden. Getrieben und gekennzeichnet von schweren Zeiten scheinen vor allem letztere auf "Dead Reflection" eine besondere Bedeutung haben, denn nach dem Ende der letzten Album-Tour zu befand sich Sänger Shane Told auf einem Tiefpunkt: "I was not in a good place a year ago. This record tells the story of how broken I was, how I found myself on a path of self-destruction, and how I had to fight to get my sanity and happiness back."

Aber auch die eine oder andere Powerballade darf auf einer richtigen Post-Hardcore-Platte natürlich nicht fehlen. Das kanadische Quintett nimmt sich auch dies zu Herzen und liefert Post-Hardcore in Perfektion ab – mit all seinen Stärken und Schwächen. Bei Nummern wie "Ghost" entdeckt man sein inneres Emokid wieder, das sich bereits vor 15 Jahren bei The Used den schwarz gefärbten Scheitel richten wollte. Das macht am Anfang auch durchaus Spaß, zumal Silverstein für die Nummer "Lost Positives" Stephen Brodsky von Cave In als Co-Autoren gewinnen konnten. Mit den zahlreichen gezuckerten Refrains verhält es sich jedoch wie mit echten Süßigkeiten: Sie schmecken gut, satt wird man davon jedoch nicht – die ersten Abnutzungserscheinungen setzen früher oder später ein. Fans des Genres können aber bedenkenlos zugreifen!

EBENFALLS DIESE WOCHE NEU IM GUT SORTIERTEN PLATTENREGAL:

  • Boris: Dear
  • Integrity: Howling, For The Nightmare Shall Consume
  • Japanese Breakfast: Soft Sounds From Another Planet
  • Laibach: Also sprach Zarathustra
  • Lo Tom: Lo Tom
  • Lucy Rose: Something's Changing
  • Mura Masa: Mura Masa
  • Neil Young: Hitchhiker
  • RAC: EGO
  • Sheer Mag: Need To Feel Your Love
  • The Dears: Times Infinity Volume Two
  • The Pains of Being Pure at Heart: The Echo Of Pleasure
  • Twinsmith: Stay Cool
  • Waxahatchee: Out In The Storm