Verschwörungstheorien sind so alt wie die Menschheit selbst. Und so dauert es meist nur wenige Stunden, bis nach einem Todesfall, einer Katastrophe oder einem Anschlag die krudesten Theorien ihren Weg ins Netz finden. Dem versierten Konspiratisten ist sofort klar: Da kann was nicht mit rechten Dingen zugegangen sein und die geheime Weltregierung NWO hat wieder ihre Finger im Spiel.

So trug es sich auch im Jänner 2017 zu, als die Meldung im Internet die Runde machte, dass Udo Ulfkotte einem Herzinfarkt erlegen war. Der ehemalige Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) wurde in den vergangenen Jahren vor allem als Autor des umstrittenen Kopp Verlags bekannt. Sein 2014 erschienenes Buch „Gekaufte Journalisten“, sowie etliche rechtspopulistische und islamfeindliche Artikel brachten ihm in einschlägigen Kreisen schnell den Ruf als Enthüllungsjournalist und „Aussteiger aus der Lügenpresse“ ein.

Die anfängliche Bestürzung über den Tod des vermeintlichen Helden wich schnell wilden Spekulationen. Dass der Autor bereits mehrere Herzinfarkte erlitten und sogar eine Krebserkrankung überstanden hatte, wird hierbei gekonnt unter den Tisch fallen gelassen. Angeblich sei Ulfkotte einer großen Story auf der Spur gewesen, einem so heißen Eisen, dass es Zeit war, ihn auszuschalten. Er sei der Regierung zu unbequem geworden und musste beseitigt werden.

Bereits einen Tag nach dem Tod Ulfkottes veröffentlichten verschwörungsideologische Blogs Artikel, in welchen sie vermuteten, dass der Verstorbene mit einer Waffe eliminiert wurde, die sich die „Herzinfarktpistole“ nennt. Angeblich wurde das Mordinstrument 1975 von der CIA entwickelt und sollte dazu dienen, unliebsame Zeitgenossen möglichst unauffällig auszuschalten. Der angebliche Beweis: Ein kurzer Ausschnitt einer TV-Dokumentation mit dem Titel „Secrets Of The CIA“, in welchem eine ehemalige Büroangestellte über eine modifizierte Pistole spricht.

Mit ihr sollen winzige Projektile verschossen werden, die mit Gift versehen  worden sind und beim Opfer augenblicklich einen Herzinfarkt auslösen. Das Projektil selbst zerfällt im Körper und weder Pfeil noch Gift sollen bei einer Autopsie nachgewiesen werden können. Der kleine Pfeil durchringt mühelos jede Art von Kleidung und nur eine unscheinbare rote Eintrittsstelle auf der Haut soll darauf hinweisen, dass jemand beim Ableben nachgeholfen hat.

Und auch wenn die Idee, seine Gegner mit Giftpfeilen auszuschalten, wahrlich nicht neu ist, so würde hier selbst 007 vor Neid erblassen.

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