Irgendwie erinnert mich der Titel von „Wilde Maus“ - und ein ganz wenig auch die Handlung - an einen französischen Film aus den 70er Jahren: „Das wilde Schaf“.

Schade!

Warum?

Den kenne ich nicht so gut. (schmunzelt)

Er handelt von jemandem, der nicht mehr alles hinnehmen will und sich dagegen auflehnt. Nur bei ihm klappt es und in „Wilde Maus“ eher nicht.

In den 70ern war man optimistischer als heute. Aber „Wilde Maus“ ist ja eine Tragikomödie und kein Märchen. Eine reine Komödie kann durchaus märchenhafte Züge haben, aber eine Tragikomödie, wie ich sie verstehe, ist immer ein Abbild der Realität. Der Film sollte die Balance zwischen Tragik und Komik halten. Ich wollte mit Ausgewogenheit eine gewisse Leichtigkeit schaffen.

Ich habe drauf gewartet, dass dem Hauptdarsteller irgendwas gelingt …

(lacht) Ja, die Genreerwartungen … Es besteht zwar die Gefahr, dass sich der Film selbst ausbremst, aber ich hoffe, dass der Zuschauer vor der Wendung glaubt, es geht in die eine Richtung und dann kommt es komplett anders … Die Erwartungen möglichst interessant zu enttäuschen, das ist das Ziel bei so einem Genremix.

Geht es auch ein bisschen darum, dem Hader Image zu entkommen?

Mit bestimmten Dingen wollte ich ein Stück weiter als bei den Brenner-Filmen gehen – von der Ästhetik, über die Erzählweise bis hin zur Wichtigkeit äußerer Ereignisse. Es geht um pure Konflikte. Komik und auch Tragik entstehen, wenn unterschiedliche Menschen zur gleichen Zeit Verschiedenes wollen. Es geht um die Frage: Was kommt dabei raus, wenn man sich darauf fokussiert und nicht noch zusätzlich einen Krimiplot erzählt?

Die Beziehung im Film hat mich deprimiert. Leben Menschen tatsächlich so zusammen?

(lacht) Die Realität ist, dass in dem Moment, wo in Beziehungen bestimmte Wahrheiten nicht ausgesprochen werden, eine Beziehung schnell zu einem sinnentleerten Mechanismus werden kann. Das heißt, jede Beziehung braucht ein gewisses Maß an Aufrichtigkeit. Man muss einander erzählen können, was mit dem anderen los ist.

Der Film ist auf gewisse Art und Weise ein Aushängeschild für Österreich, weil Josef Hader und Georg Friedrich irgendwie „typisch“ sind.

Ich habe versucht, einen österreichischen Film zu machen, der sich nicht drauf ausruht, ein Film aus Österreich zu sein. Der versucht, eine Geschichte zu erzählen, die über die Grenzen hinaus Menschen interessieren könnte. 

Und das ist auch gut gelungen, wie wir finden.
Danke für das Interview.