"Hail To The King" ist richtig lebensbejahend geworden – dynamischer, frischer und es atmet den Spirit der 80er Jahre. So gut wie alle depressiven Töne von "Nightmare" sind verschwunden.

 

Johnny: Genau das wollten wir erreichen – klassischen Metal mit viel Groove. Jedes Instrument und der Gesang von Matthew Charles Sanders alias M. Shadows sollten den nötigen Raum bekommen.

 

Iron Maiden, Metallica, Guns’n’Roses, Megadeth oder Pantera – alles Einflüsse, die auf eurer neuen Scheibe zu hören sind. Das Gute daran: Es klingt nach wie vor nach Avenged Sevenfold.

 

M. Shadows: Es sollte in Summe absolut stimmig und rhythmisch werden – mit dem Groove, den wir im Metal schon lange nicht mehr gehört haben. Wir sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen und haben Einflüsse von Bands verarbeitet, die unsere Idole damals inspiriert haben: Ufo, Aerosmith, AC/DC und natürlich Led Zeppelin oder Black Sabbath. Dieses Mal ging es uns nur um Groove und Power!

 

"Hail To The King" – welchem König wollt ihr zujubeln?

 

Johnny: (lacht) Müsste ich jetzt wirklich jemanden herauspicken, dann wohl eine Person aus der Renaissance. Ein König, der auch ein Arschloch hätte sein können. Aber nüchtern betrachtet wollten wir nur für den Titelsong einen Chorus schreiben und als wir den hörten, vor allem von einem Mann wie Mister Shadows gesungen, dachten wir uns: Perfekt, das ist der Albumname!

M. Shadows: Aber es war schon eine treibende Idee dahinter - die Menschheit hat bislang immer jemanden auserkoren, um sie zu leiten. Auch jetzt noch haben wir Staatsoberhäupter wie Präsidenten, Könige oder Königinnen – Leute, zu denen wir aufschauen. Das hat uns inspiriert. Früher war ja meistens derjenige König, der alle seine Feinde am schnellsten umgebracht hat. Das wollten wir mit dem Titel ein wenig suggerieren.

 

Wie hat es sich angefühlt, erstmals ohne euren 2009 verstorbenen Drummer und Songwriter The Rev an einem Album zu schreiben?

 

M. Shadows: Scheiße! Es war ein langer Prozess, denn The Rev hat immer drei bis vier Tracks beigesteuert. Dieses Mal hatten wir sieben Stück am Start – wir mussten uns da schon pushen, um ein paar Songs mehr auf die Reihe zu bekommen. The Rev war ein brillanter Songwriter, wir hatten auch definitiv mehr Spaß mit ihm während der Arbeit. Ich habe mir sehr oft gewünscht, dass er noch dabei sein könnte.

 

Johnny: Wir sind natürlich verdammt stolz, was wir auf "Hail To The King" zusammengebracht haben. Aber es wäre geiler gewesen, dieses Album zusammen mit The Rev zu schreiben.

 

Was hat euer Produzent Mike Elizondo dazu beigetragen?

 

Johnny: Mike war schon live mit dabei, als wir "Nightmare" geschrieben haben. Er durfte die ganzen Aufnahmen überwachen – wir vertrauen ihm zu hundert Prozent. Darum durfte er bei "Hail To The King" nicht fehlen. Mike bringt unsere Songs auf ein noch höheres Level. Dorthin, wo wir sie haben wollen. Und nicht nur das: Er hat uns auch beim Songwriting aktiv unterstützt.

 

Eure Drums klingen sehr wuchtig und mächtig. Wie hat sich euer neuer Schlagzeuger Arin Ilejay in die Band eingelebt? Anscheinend sehr gut...

 

M. Shadows: Arin ist ein richtig entspannter Drummer. Wir wollten schon im Vorfeld die Drums so wuchtig wie nur möglich produzieren. Wie bei alten Platten von Metallica oder Megadeth aus deren Anfangsjahren – das waren alles Scheiben, auf denen die Drums mächtig in den Vordergrund gemischt wurden. Das geht aber nicht, wenn die Schlagzeugarbeit zu filigran gestaltet ist. Wir wollten, dass Arin sich ein wenig zurücknimmt und diesen unwiderstehlichen Rhythmus auffährt. Das ist ihm bestens gelungen. Dazu kommt natürlich, dass für so ein Vorhaben die Produktion stimmen muss und glaub mir, wir haben lange, verdammt lange an diesem Sound getüftelt.

 

Am 22. November 2013 headlinen Avenged Sevenfold die Wiener Stadthalle. Was dürfen sich eure österreichischen Fans von diesem Konzert erwarten?

 

Johnny: Wir werden das tun, was wir schon längere Zeit nicht mehr gemacht haben: Pyroparty! Natürlich werden wir viele neue Songs spielen und wollen mit unseren österreichischen Fans einen unvergesslichen Metalabend verbringen.

 

M. Shadows: Mir ist wichtig, hinzuzufügen, dass Avenged Sevenfold in Europa bislang noch nie ihre komplette Show und damit das ganze Bandpotenzial auffahren konnte. Wir haben hier einfach noch nicht in den richtig großen Arenen gespielt. Mit dieser Tour sind wir endlich in der Lage, genau jene Produktion mitzunehmen, die wir in den Staaten schon jahrelang bringen. Es ist ja kein Geheimnis, dass Avenged Sevenfold gerade in Deutschland, aber natürlich auch in Österreich, nicht die größte Band ist. Noch nicht! Jetzt wollen wir euch zeigen, was wir auf der großen Bühne alles draufhaben. Keine intime Clubshow, sondern eine wirklich pompöse Produktion - darauf haben wir sehr lange gewartet.