Montagabend hatte ich gemeinsam mit einer Freundin die glorreiche Idee, einen Kurs für „Indoor Cycling“ zu besuchen.

Schon am Weg zum 75 minütigen Spinning war klar: Wir landen am falschen Platz. Um uns herum befanden sich nur Menschen, die in professioneller Rad-Ausrüstung aufwärmten - einer sogar inklusive Sponsorenpickerl. Fehlte wirklich nur noch der Helm…

Auszug aus einem Gesprächsfetzen im Vorbeigehen:

Profi 1: „Ich hab deinen Trainingsplan voll durchgezogen. Gestern die vier Stunden waren aber echt hart…“
Trainer: „Keine Müdigkeit! Heut geben wir eh auch wieder Gas. Hab den schweren Plan dabei! Da gibt’s deftigen Muskelkater!“

Okay…

Am Rad sollte es nicht besser werden, denn der Trainer gab wirklich von Anfang an Vollgas. Ich weiß nicht mehr genau, wie oft er in der Stunde „Widerstand erhöhen!!!“ geschrien hatte. Bei 60 habe ich aufgehört zu zählen.

Nach kurzer Zeit tat mir die Sitzfläche des Fahrrads schon so am Hintern weh, dass ich begann hilflose Blicke Richtung Uhr zu schicken. 15 Minuten vergangen. Welch Freude!

Es begann ein schier endloses Leiden, dass sich mit Taubheit abwechselte. Nach weiteren 5 Minuten hatte sich unterm Rad des Trainers bereits ein kleiner See aus Schweiß gebildet in dem er sich spiegelte.

Nach gefühlten vier Stunden fand das Leiden schließlich ein Ende. Kommentar des Trainers: „Ich hab um fünf Minuten verlängert, damit ihr es richtig spürt!“ Danke. Bussi.

Mittlerweile sind drei Tage vergangen. Der Muskelkater ist weg. Sitzen kann ich aber immer noch nicht schmerzfrei. Vielleicht hab ich aber einfach nur nicht den richtigen Hintern für einen Radsattel.

Eines ist gewiss: Die Tour de France werde ich in diesem Leben wohl nicht mehrgewinnen… 

© Eiki

 

 Mehr Unfassliches findest du hier

Unfasslich auf Facebook