Da ich gerade Diplomarbeit schreibe, komme ich in den Genuss, regelmäßig die Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien zu besuchen. So intellektuell man sich auch in einer Universitätsbibliothek vorkommen mag, so grindig fühlt man sich, betritt man das WC der Bibliothek.

 

Schon beim Öffnen der Türe wird man sanft von Düften umspielt, die sonst nur mehrere Wochen in Folge nicht gereinigten U-Bahn-Toiletten zuzuordnen sind. Bei genauerem Hinsehen erkennt man auch den Grund für das wortwörtliche „Eau de Toilette“: Für diverse Vorgängerinnen verursacht das unfallfreie Hineintreffen ins WC Schwierigkeiten vierten Grades.

 

Naiv könnte man annehmen, dass sich auf einer Universitätsbibliothek großteils Leute aufhalten, die gerade eine universitäre Ausbildung genießen und somit zumindest Maturaniveau haben. Die Fähigkeit des streufreien Pinkelns ist dennoch nicht zwingend gegeben.

 

Aus eigener Erfahrung kenne ich ja (dankenswerterweise) nur das Damen-WC. Berichten männlicher Kollegen zufolge ist jedoch auch am Männer-WC die Lizenz zum Daneben-Schiffen gegeben.

 

Insider berichten außerdem von Klopapier-Ansammlungen am Boden, die nur auf das Auswickeln von vier als Mumien verkleideten Menschen zurückzuführen sind.

 

Wieder stellt sich die Frage, wie Leute den Alltag bewältigen, wenn schon die durchaus viel geübte Tätigkeit des Pieselns solche Schwierigkeiten hervorruft.

 

An manchen Tagen nimmt es gar derartige Ausmaße an, dass eine Aufnahme des Pflichtfaches „Fleckfreie WC-Benutzung“ in den Studienplan notwendig scheint. Auch angesichts der Thematik der Zugangsbeschränkungen auf Universitäten wüsste ich eine gute Abhilfe: „Wer studieren will, muss auch pinkeln können“. Überlaufene Hörsäle würden der Vergangenheit angehören. Zumindest auf der WU.  

© Eiki

 

 

 

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