Margaret Thatcher war eine harte Sau. Das ist jetzt nicht anerkennend gemeint, aber trotzdem wahr. Diese Frau war als Premierministerin von Großbritannien in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts (zusammen mit ihrem Schauspielerfreund Ronald Reagan, der zur gleichen Zeit als Pensionist Präsident der USA wurde) für ungefähr alles verantwortlich, was die Welt heute mit Neoliberalismus, Neokonservatismus, Heuschreckenkapitalismus und ähnlichen „Wohltaten“ in Verbindung bringt. Sie hat die Gewerkschaften zerschlagen, die Schere zwischen Arm und Reich extrem aufgemacht, Kriegshetze betrieben - von ihrer Frisur gar nicht erst zu reden. Kann man so eine Figur, die natürlich ihre Rechten und Konservativen Fans hat, irgendwie sympathisch darstellen? Man kann. Die diesmal wirklich großartige Meryl Streep verschwindet hinter ihrer Rolle, sie spielt Maggie Thatcher fast schon hyperreal auf den Punkt. Regisseurin Phyllida Lloyd, die in Großbritannien wegen Respektlosigkeit gegenüber der noch unter uns weilenden Maggie Thatcher angefeindet wurde, schafft es mit der verschachtelten Erzählweise über eine Ikone etwas Neues zu erzählen. Aber bei aller Sympathie, die eventuell aufkommen mag, sollte man sich mit unserm Lieblingsbarden Frank Turner über eines klar sein: „Thatcher fucked the kids!“

 


 

Regie: Phyllida Lloyd

Darsteller: Meryl Streep, Jim Broadbent

Produktion: GB/USA 2011

Kinostart: 01.03