ARTIST

 

Deichkind

Hip-Hop,Electronic

Philipp Grütering
Ferris MC
Sebastian „Sebi“ Hackert
DJ Phono
Porky


Deichkind Info
Deichkind – mit Krawall und Remmidemmi.

Die Deichkinder melden sich zurück. Zwei Jahre nach dem Aufstand im Schlaraffenland, der mit Krawall und Remmidemmi endete, gibt es endlich wieder neuen Stoff von der großkotzigen Kleinkunst.

Die Mannschaftsaufstellung hat sich geändert. Neben Mitbegründer Philipp stehen nur noch Sebi und DJ Phono als Ursprungsformation auf dem Platz.

Doch schwelgen wir erst einmal in Nostalgie: Wir schreiben das Jahr 1997; hier beginnt das musikalische Märchen der Hamburger Rampensäue.  Gegründet von den Hamburger-Bergedorfer Kollegen Philipp und Malte, gesellen sich Buddy Inflagranti und der im Hintergrund agierende Soundexperte Sebi kurze Zeit später zu der Band hinzu. Mit DJ Phono live an den Platten ist die Gruppe Deichkind nun vollends geboren.

Doch wie das Sprichwort so schön sagt, ist aller Anfang nun mal schwer. So ist es auch für die Kinder vom Deich kein Zuckerschlecken sich in der erfolgreichen deutschen HipHop-Szene zu Recht zu finden und zu etablieren. Zuerst als Sonderlinge im HipHop abgestempelt, grenzen sie sich mit ironisch-prolligen Texten und einer für das Genre eher untypischen Experimentierfreude selber ab. Auch das Rapper-Klischee mit Mütze und Kapuzenpulli entspricht der Freizügigkeit von Deichkind nicht.

Im Jahr 2000 erzielen die Nordlichter dann aber doch den ersten großen Durchbruch. Mit dem genialen Kopfnicker-Song „Bon Voyage“ zusammen mit Rapperin Nina. „Bon Voyage“ (zu dt. „Gute Reise“) – ein Omen oder nur Zufall? Die Reise der fünf Deichkinder scheint zumindest erst einmal erfolgreich weiterzugehen. Denn das dazugehörige Debütalbum „Bitte ziehen sie durch“ verkauft sich infolgedessen über 200.000 Mal und steigt in die Top Ten ein. Kurz: der Deichkind-Style wird über die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannt.

Dass die Deichkinder ansonsten nicht viel mit dem Rest der HipHop-Szene am Hut haben, zeigt sich zwei Jahre später auf dem Folgealbum „Noch 5 Minuten Mutti“ (2002). Hier glänzen Deichkind mit allem, wofür sie stehen. Prollig, ironisch, melancholisch und immer mit einer großen Portion Humor. Nicht nur, dass die Deichkinder gemeinsam mit dem Countrygeiger Luciouy von Truckstop im Studio stehen, zeigen ihre Schwimmübungen gegen den Strom. Auch mit der Single „Limit“ machen sie die ersten Gehversuche Richtung Elektro und somit Richtung Kultstatus.


Als ob sie den Wandel vom HipHop hin zum Tech-Rap mit einer kreativen Pause vollziehen müssten, wird es Ende 2002 erst einmal ruhig um Deichkind. Soloprojekte werden gestartet und neue Ideen für musikalische Experimente entwickelt. 2005 scheint das Eis dann gebrochen. Mit frischer Energie und neuem Sound kehren die Deichkinder mit einem glamourös-durchgeknallten Auftritt bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ zurück. Der Auftritt in Silberanzügen, entworfen aus Müllsäcken, Klebeband und Knicklichtern, ist den Zuschauern am Ende wohl doch etwas zu abgedreht. Der Song „Electric Super Dance Band“ landet nur auf Platz 14.
Doch die Bühnenoutfits lassen schon erahnen, was da noch kommen mag.

Im Mai 2006 erscheint nach langer Brutzeit endlich das dazugehörige Album „Aufstand im Schlaraffenland“ und markiert einen einschneidenden Wendepunkt in der Geschichte von Deichkind: Gründungsmitglied Malte hat die Band verlassen und der Schritt vom HipHop hin zum Elektro-Disco-Pop ist endgültig vollzogen.

„Yippie Yippie Yeah Yippie Yeah, Krawall und Remmidemmi“,- wer kennt diese Zeilen nicht? „Remmidemmi“, ein Schlaraffenland-Hit, der sich inzwischen seit zwei Jahren in den Single Charts aufhält und noch immer von Club-DJs rauf und runter gespielt wird. Ohne Video-Rotationen, ohne Chart Power und ohne Plakatwände. Ein Selbstläufer, wie Deichkind selbst. Einmal auf den Geschmack gekommen, kommt man nicht mehr von ihnen los.

Live-Auftritte, ihr größte Passion, sind unvergessliche Erlebnisse. Auf Festivals sind sie das Highlight. Begleitet von tausenden begeisterten Fans, verwandeln die Deichkinder die Bühne in eine Welt aus zerfetzten Kopfkissen, Knicklichtern, Trampoline und Konfettiregen. Nicht zu vergessen die legendäre Zitze und das Schlauchboot, mit dem die Kinder vom Deich über das tobende Menschenmeer hinweg surfen. Und spätestens nachdem sie auf dem Melt Festival 2006 nicht nur die Bühne verwüstet, sondern einfach auch das ganze Festival(!)publikum zu sich on stage gebeten haben, bekommen ihre Konzerte und die dazugehörigen youtube-Mitschnitte Kultstatus.
Eine schweißtreibende Angelegenheit, ein wahrer Aufstand, das sind Deichkind live.
Auch in diesem Jahr können Fans dieses Spektakel genießen. In mehr als 15 Städten verwandeln die Gören die Bühne in einen menschlichen Saustall, ganz nach dem Motto „ey spießt mal nich so rum, ey – Wir wolln nur was erleben“ (Remmidemmi).

Vor kurzem hat sich ein weitere Wechsel auf dem Spielfeld der Deichkinder vollzogen: Buddy Inflagranti ist aus- und der Bassist Porky Codex, sowie der allen noch wohlbekannte Hamburger Rapstar Ferris MC eingestiegen. Diesem scheint es tatsächlich großen Spaß zu machen in Plastiksäcke gehüllt und mit einer Pyramide auf dem Kopf die Crowd zu rocken. Und wer eignet sich besser als Mitglied dieser verrückt-genialen Band als der selbsterklärte King of Chaos selbst?

Das inzwischen vierte Album der Deichkinder „Arbeit nervt“ wird im Oktober diesen Jahres erscheinen.

Philipp, Sebi, DJ Phono, Porky Codex und Ferris MC, auf diese Formation treffen die Fans im Jahr 2008 und eines ist sicher: es wird ein verrücktes Jahr. Denn Deichkind sind zurück. Also werft eure Hände in die Luft und schreit „Yippie Yippie Yeah Yippie Yeah, Krawall und Remmidemmi“.

Hanna van der Velden


www.deichkind.de