La Vela Puerca ist die lateinamerikanische Antwort auf Mano Negra und The Clash. La Vela Puerca ist vor allem eine Live Band. Auf eher zufällige Art wurde sie gegründet. In einer Bar, am Weihnachtsnachmittag, bat ein Sänger und Gitarrist namens Sebastián Teysera um die Benutzung einer Steckdose, weil er mit seinen Freunden ein spontanes Gratiskonzert auf der Straße geben wollte. Montevideo gewann an diesem Tag die "irre dicke Tüte", die in der Tradition von Gruppen wie La Abuela Coca oder Kortatu steht und ihr Motto: "Eine nationale Band, die im Reggae ruht, Rebellion träumt und Stromschläge vom Ska bekommt" bis heute konsequent gepflegt hat. "Das Wichtigste für uns ist, ein Gegenüber zu haben, die Leute", beschrieb schon vor Jahren Bandleader Sebastián Teysera seine prinzipielle Motivation. Zum Ende der 90er bewirkte er mit seinem Oktett die Wiedergeburt von Reggae, Ska und Punk in Argentinien. Die Musik von La Vela Puerca reichert deren anarchischen Druck mit lateinamerikanischen Samba-Beats und uruguayischen Alltagsgeschichten an. Schwer sich vorzustellen, dass La Vela Puerca ihr Major-Debutalbum in einem Studio eingespielt haben, ohne Publikum. Man sieht mit dem inneren Auge ein Publikum bei jedem Titel tanzen, schreien, schwelgen und feiern. Auf dem Opener "Alta Magia", einem schnellen Ska, stecken sie ihr Terrain ab, um es dreizehn Titel lang nicht zu verlassen, während sie sich auf Reggaetracks ausruhen, zum Marihuana-Rauchen aufrufen und den Finger in die Ska-Steckdose stecken.
La Vela Puerca haben bereits einige Male in hiesigen Clubs unter Beweis gestellt, was es heißt treibenden Ska und straighten Rock mit genialen Melodien zu verbinden, das Ganze mit südamerikanischen Folk-Einsprengseln zu verfeinern und auf der Bühne mit gehörig Druck zu präsentieren. Bei La Vela Puerca darf man sich auf 100 Prozent Tanz- und 300 Prozent Spaßgarantie einstellen.